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Pountney gibt 2024 Comeback bei den Bregenzer Festspielen

24. Jan. 2022 · Lesedauer 3 min

Noch zieht der Winterwind durch die nackte Stahlkonstruktion auf der Bregenzer Seebühne, wo ab dem Sommer an hoffentlich lauen Abenden die Bregenzer Festspiele "Madame Butterfly" zum Besten geben werden. Auch hinter den Kulissen wird munter gearbeitet. So bringt das neue Opernatelier den ehemaligen Festspielintendanten David Pountney an den Bodensee zurück. Die gemeinsam mit Komponistin Ena Brennan entstehende Oper soll 2024 uraufgeführt werden.

Erarbeitet wird in mehrjähriger Arbeit ein "besonderes akustisch-visuelles Musiktheater", so die Ankündigung der Festspiele. Mit "To the Lighthouse" (2017) und "Wind" (2021) ließ Festspielintendantin Elisabeth Sobotka das Publikum bereits mehrfach an der Entstehung neuer Opern teilhaben. Einen ersten Einblick in die Überlegungen zu der bisher namenlosen und auch noch themenoffenen Oper wird es am Dienstagabend im Kunsthaus Bregenz (KUB) geben. Es handle sich um "ein erstes öffentliches Zusammentreten" des Teams rund um den britisch-polnischen Regisseur Pountney, die belgisch-irische Komponistin und Grafikerin Ena Brennan sowie den portugiesischen, in Wien lebenden Künstler Hugo Canoilas, der unter anderem 2020 mit einer Einzelausstellung im mumok präsent war.

Von seiner Zeit als "Spiel auf dem See"-Regisseur und dann als Intendant der Bregenzer Festspiele (2004 bis 2014) sei Pountney mit den Möglichkeiten der Werkstattbühne von verschiedenen Projekten her bestens vertraut. Der umtriebige Künstler schrieb bereits mehrfach Libretti für Opern. Brennans Kurzoper "Rupture" an der Irish National Opera habe 2020 international Beachtung gefunden, so die Festspiele. Das Bregenzer Publikum ist eingeladen, in den "Einblick"-Veranstaltungen das Werden des Werks zu begleiten, von den ersten Ideen bis hin zur Uraufführung in zweieinhalb Jahren.

Was es mit dem eingangs genannten Stahlgerüst auf der Seebühne auf sich hat, wird man übrigens frühestens Anfang Februar erahnen können, wenn die Festspiele zumindest Medienschaffenden einen Blick auf die "Haut" der Unterkonstruktion gewähren wollen. "Dann wird man vielleicht schon erkennen, wohin die Reise geht", so routiniert-geheimnisvoll Pressesprecher Axel Renner am Donnerstag zur APA. Mit dem Vorverkauf für die Puccini-Oper zeigte er sich zufrieden, man sei "auf hohem Niveau stabil". "Man merkt, dass die Besucher Lust haben auf Oper am See - und vielleicht schwingt auch die Hoffnung mit, dass bis dahin die Pandemie vorbei sein wird", sagte Renner. Premiere von "Madame Butterfly" unter der Regie von Andreas Homoki und musikalischer Leitung von Enrique Mazzola ist am 20. Juli.

(S E R V I C E - www.bregenzerfestspiele.com; Webcam der Bregenzer Festspiele mit Live-Bild zu den Arbeiten: https://bregenzerfestspiele.com/de/webcam)

Quelle: Agenturen