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ORF zeigt Marc Elsbergs "Blackout" als Mini-Serie

14. Sept. 2022 · Lesedauer 3 min

Der 2012 veröffentlichte Thriller "Blackout - Morgen ist es zu spät" des Österreichers Marc Elsberg wurde ein in viele Sprachen übersetzter und millionenfach verkaufter Bestseller. Nun kommt die Verfilmung des Romans durch Oliver Rihs und Lancelot von Naso, die im Vorjahr beim Video-on-Demand-Anbieter Joyn Premiere hatte, ins heimische Fernsehen. ORF 1 zeigt die sechsteilige Mini-Serie in drei Doppelfolgen (20.15 Uhr und 21.05 Uhr) am 19. und 26. September und am 3. Oktober.

"Die Serie gefällt mir ausgezeichnet. Ich finde die Idee des Romans in ein superspannendes Drehbuch und großartige Bilder umgesetzt. Und tolle Darsteller_innen hat sie sowieso", kommentiert Elsberg gegenüber der APA die Produktion der Wiedemann & Berg Television im Auftrag von Sat.1 und Joyn, in der Moritz Bleibtreu den Protagonisten spielt: Der Hacker und Aktivist Pierre Manzano kommt im Alleingang dahinter, dass der europaweite komplette Stromausfall ein Anschlag ist. Aufgrund seiner Vergangenheit als Globalisierungsgegner gerät er zunächst allerdings selbst ins Visier der Polizei, als er Kontakt mit den Behörden aufnimmt.

"Ich war von Beginn an in die Konzeptvorbesprechungen mit der Produktionsfirma, den Drehbuchautoren und Regisseuren einbezogen und konnte die Drehbücher lesen und kommentieren", schildert Elsberg. "Das war auch sehr unkompliziert, da mir der Ansatz des Teams von Beginn an sehr gut gefallen hat. Und ich habe einen Mini-Cameo-Auftritt." Im Cast sind u.a. auch Marie Leuenberger, Heiner Lauterbach, Jessica Schwarz, Herbert Knaup und Philipp Hochmair.

Elsbergs Roman wird mittlerweile immer wieder als Beispiel herangezogen, wie rasch nach einem Blackout die Situation eskalieren und die Sicherheitslage außer Kontrolle geraten könnte. Allerdings sind sich die Experten einig, dass keineswegs nur ein Terroranschlag, sondern vielmehr auch kleinere Pannen oder simple Netzüberlastung im europaweiten Stromnetz zu einem Domino-Effekt mit unabsehbaren Folgen führen könnten.

Würde Marc Elsberg heute anders über den Blackout schreiben? "Bis vor dem russischen Angriff auf die Ukraine nicht wesentlich. Einige technische Voraussetzungen haben sich in Details geändert, der Ausbau der erneuerbaren Energien ist weiter", so der Autor. "Schon damals habe ich auch überlegt, ob die Verursacher des Blackouts Terroristen oder ein feindlicher Staat sein sollen, etwa Russland oder China. Aus verschiedenen Gründen habe ich mich seinerzeit für Terroristen entschieden. Vielleicht wäre das heute anders."

Der Blackout ist heute ein deutlich häufiger diskutiertes Szenario als früher, und auch der ORF hat im Frühjahr in der sechsteiligen Event-Serie "Alles finster" anhand eines fiktiven österreichischen Ortes diese Ausnahmesituation humoristisch durchgespielt. Glaubt der Autor, dass seit Erscheinen seines Romans das Bewusstsein in Politik und Öffentlichkeit für die Gefahren eines Blackouts gewachsen ist? "Bis zu einem gewissen Grad, aber längst nicht genug", meint Elsberg. "Deshalb sind diesem Bewusstsein noch immer nicht ausreichend Maßnahmen gefolgt."

Quelle: Agenturen