Oper bei Innsbrucker Festwochen zur Zielgruppen-Erweiterung
Damit wollen die Festwochen Kategorien wie "Barockoper" oder "Alte Musik" hinter sich lassen, betonte Sens weiters bei dem Pressegespräch mit internationalen Journalisten, vor allem aus der Opernfachwelt. Intention der groß angelegten, szenischen Aufführung dieser "tollen Oper" sei es jedenfalls, "einen Eindruck in der Opernwelt hinterlassen". Die Hoffnung auf "ein ausverkauftes Haus an allen Abenden ist da", sagte Sens außerdem.
Ein nachhaltiger Eindruck in der Opernwelt, ausverkaufte Vorstellungen und eine Zielgruppenerweiterung soll mit dieser Oper gelingen, die in der Musikgeschichte lange als "unaufführbar galt", strich Sens heraus. Dieses "Label" wolle man nunmehr ad acta legen. "Ohne unseren musikalischen Leiter, Ottavio Dantone, wären wir aber nie auf die Idee gekommen, diese Oper tatsächlich aufzuführen", erzählte sie.
Diese Idee sei vor allem deshalb waghalsig, weil "schlicht Musik fehlt", die es zu rekonstruieren gelte, sagte Sens. Auch gebe es "den schieren Wahnsinn" der 47 Rollen und "20 Settings" der Oper. Die 47 Rollen habe man damit bewältigt, dass diese Rollen von 20 Sängerinnen und Sängern übernommen werden, betonte Sens neuerlich wie bereits bei der Programmpräsentation im Dezember letzten Jahres.
Balance von Respekt und Modifikation
Diese Oper sei Cestis "Meisterwerk", sagte schließlich der musikalische Leiter der Festwochen, Ottavio Dantone. Die von ihm vorgenommene Rekonstruktion der "verlorenen Musik" von Cesti verstehe er dabei als "kreativen Akt", bei dem es gelte, "die Balance zu halten". "Einerseits geht es um den absoluten Respekt des Stils des Komponisten, andererseits aber um Modifikationen, um das Werk zu komplettieren", berichtete Dantone.
Diese Modifikationen und Ergänzungen habe er damit erreicht, dass er andere Opern von Cesti angesehen und angehört hätte und sich gefragt habe, "welche Musik passen könnte", so der musikalische Leiter der Festwochen. In einer Sache sei man übrigens ganz beim Original: "Wir führen die Oper an zwei Abenden auf, weil das bei der Premiere im Jahr 1668 in Wien ebenfalls so gewesen ist." In Innsbruck wird die rekonstruierte Oper am 7. und 8., 11. und 12. sowie 15. und 16. August unter der musikalischen Leitung von Dantone dargeboten.
(S E R V I C E - www.altemusik.at)
Zusammenfassung
- Die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik feiern ihr 50-jähriges Jubiläum mit der rund siebenstündigen Oper "Il pomo d'oro" von Pietro Antonio Cesti, die erstmals seit ihrer Uraufführung 1668 in Wien in rekonstruierter Form gezeigt wird.
- Mit 47 Rollen, die von 20 Sängerinnen und Sängern übernommen werden, und 20 verschiedenen Settings gilt das Werk als außergewöhnlich aufwendig und soll gezielt ein breiteres Publikum jenseits der Barock- und Alte-Musik-Szene ansprechen.
- Die Aufführungen finden am 7., 8., 11., 12., 15. und 16. August unter der musikalischen Leitung von Ottavio Dantone statt, der die fehlenden Musikpassagen kreativ rekonstruiert hat.
