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NÖ Landesausstellung fokussiert auf psychische Gesundheit

Heute, 12:42 · Lesedauer 3 min

Die NÖ Landesausstellung 2026 Amstetten-Mauer trägt den Titel "Wenn die Welt Kopf steht - Mensch.Psyche.Gesundheit" und findet erstmals bei laufendem Betrieb eines Klinikums statt. Mit der Schau will man ein "Zeichen für Offenheit, Enttabuisierung, Entstigmatisierung und einen respektvollen Umgang" mit psychischen Erkrankungen setzen, sagte ÖVP-Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner am Dienstag in einer Pressekonferenz. Geöffnet ist die Ausstellung von 28. März bis 8. November.

"Mit dieser Landesausstellung greifen wir eines der zentralsten Themen unserer Zeit auf", betonte Mikl-Leitner. Gezeigt werde, wie sich der gesellschaftliche Umgang mit seelischer Gesundheit entwickelt hat, erklärte Armin Laussegger, der wissenschaftliche Leiter der NÖ Landesausstellungen. Psychisch Kranke sollen "nicht am Rande der Gesellschaft stehen, sondern Teil der Gesellschaft" sein, so die Landeschefin. Ziel sei "hinschauen statt wegschauen, stärken statt stigmatisieren und Menschen rechtzeitig die Hilfe geben, die sie brauchen". Durch die Schau soll Bewusstsein für das Thema "in möglichst großen Teilen der Gesellschaft" geschaffen bzw. gestärkt werden.

Es gehe "um einen möglichst differenzierten Blick auf das Thema psychische Gesundheit", sagte Laussegger. Präsentiert werden über 360 museale Objekte, davon 120 aus Landessammlungen und 60 aus dem Landesklinikum Mauer. Zusammengearbeitet wird mit 63 nationalen und internationalen Leihgebern. 21 Interviewstationen geben Betroffenen, Angehörigen und Fachleuten eine Stimme. An junge Gäste richten sich interaktive Kinderangebote mit Begleitheften, Familienführungen und Workshops für Schulklassen.

Die Auseinandersetzung mit der NS-Euthanasie werde bewusst in die Ausstellung integriert, betonte die Landeschefin. Im Frühherbst 2026 soll ein Gedenkort beim Friedhof des Klinikums eröffnet werden. Weiters wird ein Lernort in Haus 18 geschaffen, der auch nach der Schau weiterbestehen wird. Die "Heil- und Pflegeanstalt Mauer-Öhling" war in der Zeit des Nationalsozialismus eine zentrale Stelle der sogenannten Medizinverbrechen, 2.848 Patientinnen und Patienten wurden dort ermordet.

Die Landesausstellung sei "mehr als ein Kulturprojekt", sie stelle ein "gesellschaftliches Signal", einen "wirtschaftlichen Impuls" für die Region mit 31 Gemeinden und zahlreichen Betrieben und ein "Bekenntnis zu unserer Verantwortung" dar, sagte Mikl-Leitner. In die Renovierung und Modernisierung des Landesklinikums Mauer als "Jugendstil-Juwel" werden rund 43 Millionen Euro investiert.

"Psychische Erkrankungen sind die Herausforderung der Zukunft im Gesundheitssystem", erklärte Christian Korbel, der Ärztliche Direktor des Landesklinikums Mauer. Die Besucher werden "auf kuratierten Wegen gehen", "der Schutz der Privatsphäre der Patienten und Bewohner steht an oberster Stelle".

Begleitprojekte vom Mostviertel-Museum bis zum Birnenweg

Seit 65 Jahren sei die Landesausstellung das "wichtigste Regionalentwicklungsprojekt" in Niederösterreich, sagte Mikl-Leitner. Bei 41 Auflagen seit 1960 wurden rund elf Millionen Besucherinnen und Besucher verzeichnet. Christian Haberhauer, ÖVP-Stadtchef von Amstetten, sprach von einem "historischen Meilenstein" für die Bezirksstadt und die Region. Die Landesausstellung biete eine große Chance, das Areal des Landesklinikums "respektvoll zu öffnen und gleichzeitig auch zugänglich zu machen", sagte seine Parteikollegin Michaela Hinterholzer, Bürgermeisterin von Oed-Öhling.

Als weitere Ausflugsziele wurden sieben Begleitprojekte entwickelt. Dabei handelt es sich um die Erweiterung des Tierparks Haag mit dem neuen Mostviertel-Museum, den "Birnenweg - Schätze des Mostviertels" in Öhling, die Modernisierung von Schloss Ulmerfeld, den Starkl-Erlebnisgarten in Aschbach, den Relaunch der Mostelleria in Öhling und den "Raum der Stille" im umgebauten Pfarrhof Haag.

(S E R V I C E - NÖ Landesausstellung 2026: "Wenn die Welt Kopf steht - Mensch.Psyche.Gesundheit", Landesklinikum Mauer. 28.3.-8.11.2026, geöffnet: Montag bis Sonntag 9.00-18.00 Uhr. Infos: https://www.noe-landesausstellung.at/ )

Zusammenfassung
  • Die NÖ Landesausstellung 2026 findet erstmals bei laufendem Klinikbetrieb im Landesklinikum Mauer statt und widmet sich unter dem Titel "Wenn die Welt Kopf steht – Mensch.Psyche.Gesundheit" dem Thema psychische Gesundheit.
  • Über 360 museale Objekte, 21 Interviewstationen und sieben Begleitprojekte sorgen für einen differenzierten Blick, während rund 43 Millionen Euro in die Renovierung des Klinikums investiert werden.
  • Ein Schwerpunkt liegt auf der Aufarbeitung der NS-Euthanasie mit einem geplanten Gedenkort für die 2.848 Opfer am Klinikfriedhof und einem dauerhaften Lernort.