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Neues Album vollendet Thorsteinn Einarssons Trilogie

26. März 2022 · Lesedauer 3 min

Thorsteinn Einarsson schließt mit seinem dritten Longplayer "Einarsson." eine Trilogie ab. "Alle drei Alben sind nostalgisch, also für mich, weil es viel um Familie und Kindheit geht. Alle drei sind eine Entwicklung in Richtung eines Sounds, den ich für mich entdeckt habe", sagte der in Island geborene Singer-Songwriter im APA-Interview. "Ich werde mich noch weiterentwickeln, habe viele Ziele und Pläne vor mir. Aber jetzt mit 26 bin ich musikalisch da, wo ich sein will."

Bei der aktuellen Produktion ("der Punkt im Titel verdeutlicht das Ende eines Satzes") habe er sich einiges getraut. Selbst ungewöhnliche Einflüsse wurden zugelassen. "Ich habe zuletzt viele Spaghetti-Western angeschaut", grinste Einarsson. "Clint Eastwood, Ennio Morricone und Sergio Leone. Ich wollte dieses Western-Ding in meine Musik, in einen Song rein tun, aber es hat lange gedauert, bis es geklappt hat."

Für den großen Schritt, den der nun in Gmunden lebende Musiker mit den neuen Songs gemacht hat, gebe es mehrere Gründe: "Auch Erfahrung", betonte Einarsson beim Gespräch in einem Wiener Hotel. "Es steht außerdem ein neues Team hinter mir, ich habe Produzenten gewechselt und neue Songwriter an Bord geholt."

Außerdem habe er erstmals mit Leuten im Ausland gearbeitet - wegen der Pandemie per Zoom und File-Sharing. "Es war also ein Pandemie-Album. Aber die Songs sind nicht im Lockdown entstanden, da konnte ich nicht kreativ sein. Musik im Lockdown ging gar nicht, vor allem der erste war bedrückend", sagte Einarsson.

"Meinen Gesang habe ich in Tulln im Studio von Markus Weiß aufgenommen", erzählte der 26-Jährige. "Ich weiß nicht, was passiert wäre, wenn alle Beteiligten gemeinsam im Studio gewesen wären. Vielleicht wäre das Album besser geworden, vielleicht schlechter. Wenn du zu viel Feedback bekommst und man schnell miteinander kommuniziert, kann es auch ein Brei werden, dann kannst du dich auch verlieren. Aber so lief es so: konzentriert abhören, schicken, abhören, schicken. Dadurch haben wir immer einen guten Schritt nach vorne gemacht, ohne zu experimentell zu werden."

Die Arbeit am Album war für Einarsson nicht nur wegen Corona eine besondere Erfahrung: "Als ich angefangen habe, war ich der Jüngste im Studio. Diesmal waren alle Beteiligten ungefähr in meinem Alter. Daher hieß es: Ich habe hier keinen Mentor, sondern wir machen einander besser. Darum ist der musikalische Schritt so groß geworden, weil ich eine gewisse Reife mitbrachte."

Einarssons Ziel sei es immer gewesen, zeitlose und eigenständige Musik zu machen, die sich keinem Zeitgeist anpasst. "Rock und Pop leben immer, die werden nie aussterben. Bitte nicht!", lachte der Sänger. "Ich mache eine langlebige Musik. Wenn ich jetzt erst meinen ersten Hit 'Leya' veröffentlichen würde, würde der Song auch jetzt, acht Jahre später, funktionieren."

So wie er seine Songs nicht zu sehr erklären will ("jeder Hörer soll sein eigenes Kopfkino haben"), möchte er auch nicht alles aus seinem Privatleben publik machen. "Ich versuche, eine gute Mischung hinzubekommen", so Einarsson über seinen Umgang mit Social Media. "Als ich damals eine Freundin hatte, habe ich das gepostet, die Leute wussten, wer sie ist - das war einer der größten Fehler. Sie wird deswegen noch immer angesprochen. Das ist unangenehm. Daraus habe ich gelernt."

Abschließend die Frage, was nun der beste Italo-Western seiner Meinung nach sei? Die Antwort kommt ohne nachzudenken: "Spiel mir das Lied vom Tod".

(Das Gespräch führte Wolfgang Hauptmann/APA. Einarsson tourt demnächst ab 31. März durch Österreich, alle Termine unter www.thorsteinneinarsson.com)

Quelle: Agenturen