APA - Austria Presse Agentur

Musiker Chris Steger startet durch

21. Okt 2021 · Lesedauer 5 min

Mit 17 Jahren eine Gold- und Platin-Auszeichnung sowie einen Amadeus Award für den besten Song in der Tasche zu haben, kann nicht jeder von sich behaupten. Für den Salzburger Musiker Chris Steger sind diese Dinge in den vergangenen Monaten Realität geworden. Der eingängige Mundartpop von "Zefix" wurde zum waschechten Hit, am Freitag folgt das gleichnamige Album. "Es ist einfach Wahnsinn", freut sich der Schüler.

"Natürlich war auch ein bisschen Glück dabei", blickt der Sänger im APA-Interview auf die vergangenen Monate zurück. "Mir hat es schon so getaugt, als 'Zefix' im Radio gespielt wurde - aber dann gewinnt das Lied auch noch den Amadeus! Dabei war es so eine Freude, überhaupt dafür nominiert zu sein." Sein Weg ist tatsächlich einer, der steil nach oben zeigt: Als 12-Jähriger gewinnt Chris den "Kiddy Contest", nimmt in der Folge bei "The Voice Kids" teil und wird dort von Musikproduzent Christof Straub (u.a. Papermoon) entdeckt.

"Als er mich angerufen hat, habe ich nur gesagt: Sicher komme ich, voll gern!", beschreibt Chris seinen Schritt zum Musiklabel Global Rockstar. Als man sich das erste Mal in Wien getroffen habe, ging es um ein Lied mit dem Titel "Oh Shit, ich bin verliebt", aus dem letztlich "Zefix" werden sollte. "Ich habe mir gedacht: Das kann ich nicht singen", lacht der Sänger ob des Textes. "Also habe ich das umgeschrieben, von Hochdeutsch auf meine Mundart. Wir haben es aufgenommen, und Gott sei Dank ist es aufgegangen."

Das kann man laut sagen: Die Platin-Auszeichnung gab es jüngst für mehr als 30.000 abgesetzte Einheiten, auf Spotify hat die Nummer weit über 3,5 Millionen Klicks generiert, auf YouTube kann für das dazugehörige Musikvideo noch eine Million oben drauf gepackt werden. Redet man mit dem jungen Pongauer über all das, ist Dankbarkeit und Freude zu erkennen. Die "Gaudi" bei den Aufnahmen oder Auftritten, er führt sie mehrfach an und sie wirkt durchwegs authentisch.

Letztlich entstand in der Zusammenarbeit mit Straub ein ganzes Album, das neben zwei Coverstücken (von Chris' Lieblingsband STS und Peter Cornelius) eine gute Mischung aus hemdsärmeligem Pop, balladesken Tönen und kleinen volksmusikalischen Einschüben bietet. Vor allem stimmlich überzeugt der junge Musiker und bietet deutlich mehr Qualität als so mancher erfolgreiche Kollege aus seinem Segment - selbst wenn es hie und da noch Potenzial nach oben gibt.

Auch am Songwriting war er beteiligt. "Bei den meisten Liedern haben wir uns an einen Tisch gesetzt und eigentlich gleich viel dazu beigetragen. Ein Lied ist außerdem dabei, das ich alleine geschrieben habe", verweist er auf das nachdenkliche "Du bist Du". Bei den Texten wiederum habe er vielfach die Richtung vorgegeben. "Weil sie ja doch nicht so wissen, wie ich rede", lacht der Sänger. "Bei der Musik habe ich natürlich schon auf Christof vertraut, weil er sich einfach gut auskennt. Mir war aber wichtig, dass ich dabei bin, weil es ja trotzdem meine Lieder sind - ich muss mich damit identifizieren können."

Was die Authentizität betrifft, ist es nicht nur die Mundart, die für Chris Steger spricht. "Das war sicherlich kein Fehler", meint er augenzwinkernd über diese Entscheidung. Sich nicht verbiegen zu lassen, das gibt er auch in "Du bist Du" vor. "Es kann dich nicht jeder mögen in deinem Leben", sagt Chris. "Es wird immer Leute geben, denen vielleicht deine Musik nicht gefällt - anderen wiederum schon. Das ist gut so, jeder hat einen anderen Geschmack. Wenn du aber ein paar Leuten eine Freude machst, ist das sicher schön."

Und die Reaktion seiner Freunde auf den großen Erfolg? "Die haben gesagt: Gewaltig, Steger", schmunzelt Chris. "Sie haben sich wirklich sehr gefreut mit mir. Wir haben uns alle am Anfang ja gar nicht ausgekannt, dass es so dahin gehen kann. Jetzt wird es aber schön langsam wieder normal und sie sagen: Du bist trotzdem der Chris. Und das freut mich sehr."

Am Boden bleiben, wenn Tausende Leute zu den Konzerten kommen: Auch eine Eigenschaft, die Chris Steger an den Tag legt. Er erinnert sich etwa an einen Auftritt in Maishofen in Salzburg. "Das war einer der ersten, die ich gespielt habe, noch dazu bei mir in der Nähe", so der aus St. Martin am Tennengebirge stammende Musiker. "Da waren erstmals über 1.500 Leute! Plötzlich haben sie begonnen, bei den Liedern mitzusingen - bei meinen Liedern! Das war so ein schönes Gefühl."

Vor den Konzerten sei er noch immer nervös. "Aber das geht sofort weg, wenn ich zu spielen beginne und die ersten zwei Zeilen singe. Dann weiß ich: Jetzt darf ich Musik machen! Ich stelle mir dann einfach vor, das ich zuhause spiele, dann ist es egal, wie viele Leute mir zuschauen. Da gibt es kein Nervössein mehr", lacht Chris. "Aber natürlich, am Anfang ist es was anderes. Die Viertelstunde, bevor es auf die Bühne geht, bin ich nicht mehr zum Aushalten."

(Das Gespräch führte Christoph Griessner/APA)

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Quelle: Agenturen