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McDonagh wollte "Banshees of Inisherin" schräg und traurig

30. Dez. 2022 · Lesedauer 2 min

Colin Farrell und Brendan Gleeson standen 14 Jahre nach dem Kinohit "Brügge sehen ... und sterben?" wieder gemeinsam vor der Kamera von Martin McDonagh, der die beiden für die Freundschaftsbruchkomödie "The Banshees of Inisherin" zusammengebracht hat. Das Trio sprach mit Reuters über traurige Umstände, emotionale Konsequenzen und die Schönheit Irlands.

Frage: "The Banshees of Inisherin" dreht sich um Männerfreundschaft. Wie oft hat man die Chance, das auf der Leinwand darzustellen?

Colin Farrell: "Es geht eigentlich nicht so sehr um Freundschaft, sondern um deren Bruch, dessen Schwere und Folgen. Die Verwirrung, die dieser Bruch verursacht - und die Unfähigkeit, das zu akzeptieren."

Gleeson: "Es geht um die emotionalen Konsequenzen, die es auf einen hat, wenn man verlassen wird - oder jemanden verlassen muss."

Frage: Wo haben Sie die Geschichte her?

McDonagh: "Ich wollte immer Colin und Brendan wieder für ein gemeinsames Projekt zusammenbringen, auf der anderen Seite aber etwas völlig anderes als 'Brügge sehen ... und sterben?' machen. Es sollte etwas schräger, vielleicht auch trauriger und hoffentlich gleich lustig sein."

Frage: Wie war es für Sie zu wissen, dass McDonagh die beiden Rollen speziell für Sie geschrieben hat? So ein Angebot kann man ja wohl nicht ablehnen...

Gleeson: "Als ich die erste Fassung gelesen habe, habe ich mich selbst gefragt: Was habe ich ihm nur getan? Warum möchtest Du, dass ich so grausam bin?!"

Farrell: "Ich wusste, dass es traurig wird. Schlicht und ergreifend."

Frage: Haben Sie die Insel bewusst als weiteren Charakter eingesetzt?

McDonagh: "Es war mir sehr wichtig, Irland und die Westküste als eigenen Charakter und - was auch wichtig war - besonders schön darzustellen. Das war volle Absicht! Ich glaube aber, dass es im Fortgang des Films ein bisschen weniger schön und eher etwas klaustrophobisch wird. Aber auch darin liegt ja eine gewisse Schönheit. Nach "Brügge sehen ... und sterben?" sind viele Zuschauer nach Belgien gefahren. Ich hoffe, dass das nun auch mit der irischen Westküste geschieht."

(Das Gespräch führte Hanna Rantala/Reuters)

Quelle: Agenturen