Katz: Überhaupt keine Meinungsfreiheit in Russland

30. Juni 2022 · Lesedauer 3 min

Free Journalism - vom Schutz der ideologiebefreiten Information. Darüber ging es in einer Diskussion im Rahmend des 4GAMECHANGERS Festivals. Es diskutierten unter anderem der russische Oppositionspolitiker Maxim Katz und die Journalistin Esther Wojcicki.

Mit dem Ukraine-Krieg hat Russland die Medien und Bevölkerung in Sachen Meinungsfreiheit noch stärker an die Kandare genommen als bisher. Das berichtet auch der russische Oppositionspolitiker Maxim Katz: "Man fühlt sich wie ein Drogenbaron in den USA" und "wird ständig mit Gefängnis bedroht". Um die eigene und "wahre Meinung" ausdrücken zu können, "muss man außerhalb Russlands sein", denn "in Russland gibt es überhaupt keine Meinungsfreiheit", so Katz.

"Youtube" und "Telegram" als wichtigste Informationsquellen

Trotz Repressionen des russischen Regimes sei es aber "leicht und einfach, andere Informationen zu konsumieren". Vor allem auf "Youtube" und "Telegram" würden sich Russinnen und Russen informieren, weil diese Medien "nicht auf die Regierung hören". Die Regierung habe außerdem keine Handhabe,"Youtube" zu blockieren, meint Katz weiter.

"Leute glauben alles, was gesagt wird"

Weit weniger dramatisch gestaltet sich die Lage in den USA. Dennoch stellt die Journalistin Esther Wojcicki fest, dass "Amerika im Augenblick wirklich verwirrt ist". Das liege vor allem daran, dass die Bevölkerung Medien unreflektiert konsumiert: "Die Leute schauen Fox News und glauben alles, was gesagt wird." Die Menschen müssten endlich wissen, dass Zeitungen wie die "Washington Post" oder die "New York Times" Qualitätsjournalisten beschäftigen.

Zudem hätten viele Menschen keine Ahnung von der Komplexität der Medien. Bereits in der Schule müsse man ansetzen und "Medienkompetenz lernen". Das gestalte sich in den USA schwierig, hat doch jeder Bundestaat einen eigenen Bildungsminister.

Wandel muss auch in den Köpfen geschehen

Bezüglich der "Washington Post" könnten viele Medien noch einiges lernen, meint die Journalistin Anita Zielina. Auch wenn Jeff Bezos "in Innovation und Technologie investiert" hat, habe er "vor allem den Umschwung im Kopf geschafft". Es brauchte eine "neue Art Geschichten zu erzählen". Das habe auch bei anderen Medien dazu geführt, sich zu fragen "Was sind wir für unsere Leser?" und wie man andere Zielgruppen erreicht.

Um die jüngere Zielgruppe zu erreichen, setzt die Brüssel-Korrespondentin des ORF, Raffaela Schaidreiter, auf Instagram. "Wir erzählen keine hard facts auf Instagram". Vielmehr versuche man zu zeigen, "Wie arbeiten wir? Mit wem arbeiten wir? Wo bekommen wir die Infos her? Wie recherchieren wir?" Man gewährt gleichsam einen Blick hinter die Kulissen.

Maximilian SperaQuelle: Redaktion / msp