APA - Austria Presse Agentur

Lockdown: Aufregung um "Partystimmung" bei ORF-Spendengala

26. Nov 2021 · Lesedauer 3 min

Die "Licht ins Dunkel"-Gala am Mittwochabend im "ORF" sorgt für Aufregung. Zahlreiche Prominente, darunter Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Kanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) und Vize Werner Kogler (Grüne) tanzten vor laufender Kamera, während Österreich im Lockdown ist.

Ein "gutes Signal für die ganze Bevölkerung", nannte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) die "Licht ins Dunkel"-Gala gegenüber dem "Kurier". 3.241.903 Euro wurden in der ORF-Show für den guten Zweck gesammelt. Nicht über die Spenden, sondern über tanzende und klatschende Promis und Politiker gibt es nun Aufregung in den (sozialen) Medien. "Wir sind im Lockdown, und im ORF wurde getanzt", titelt etwa die "Kronen Zeitung". "Land im Lockdown – aber unsere Politiker feiern im ORF", schreibt "Heute".

"Wieso wird da mitten im Lockdown lustig gefeiert?"

Auch in den sozialen Medien herrschte schnell Aufregung über die zahlreichen Promis und Politiker, die zu "Live is Life" tanzten, sangen und klatschten, ohne Masken zu tragen. "Nein, ich kann mir wirklich überhaupt nicht erklären, wieso 'die Politik' gerade Vertrauen mit den Covid-Maßnahmen verliert und da kann der Zweck von Licht ins Dunkel noch so gut sein und da können noch so gut alle geimpft und getestet sein", schreibt etwa Maximilian Werner auf Twitter.

"Wieso wird da mitten im Lockdown lustig gefeiert?", fragt Userin Shoura Hashemi und Lisa Mayr beschwert sich: "In den Geschäften gilt eher 'Collect' als 'Click', die Einkaufsstraßen sind voll, die Seilbahnen fahren, die Politik macht fröhlich unmaskiert Gala im ORF. Theater, Museen Konzerthäuser und Kinos sind trotz Sicherheitskonzepten und 2Gplus-Checks zu. Österreich, du Unkulturnation."

"Es sind hier sehr strenge Sicherheitsvorkehrungen und ich finde, man sollte vor Weihnachten an das Spenden appellieren und das ist ein gutes Signal für die ganze Bevölkerung", sagte der Gesundheitsminister wörtlich im "Kurier". Und auch Noch-"ORF"-Chef Alexander Wrabetz sagte schon vor der Ausstrahlung: "Ich glaube, man wird rasch sehen, hier wird nicht gefeiert, sondern für einen guten Zweck gesammelt". Bei der Show habe außerdem 2G-Plus gegolten. Alles Anwesenden seien Geimpft und und am selben Tag PCR-getestet worden. 

Die Plattform "zackzack.at" berichtet aber auch über eine Aftershow-Party. Die Wiener FPÖ fordert nun den Rücktritt von Bundeskanzler Alexander Schallenberg (ÖVP). "Zuerst kommt das Fressen, dann die Moral", kommentierte der Wiener Chef-Blaue Dominik Nepp das Geschehen.

Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) und Tourismusministerin Elisabeth Köstinger nahmen am Freitag Stellung zu diesen Berichten: Auch sie betonten, dass alle geimpft und getestet gewesen seinen, es seien auch Politiker der Opposition anwesend gewesen. Trotz der schwierigen Corona-Situation sei es wichtig, Hilfe zu leisten und Spenden zu sammeln.

"Nur Komparsen" beim "Dancing Stars"-Finale

Am Freitagabend findet im "ORF" das "Dancing-Stars"-Finale statt. Für die Zuseher wird es so aussehen, als sei auch hier Publikum zugelassen. Es soll sich aber nur um "Komparsen" handeln. Für sie gelte die 1G-Plus-Regel, teilte der "ORF" dem "Kurier" mit. Bei einer Fernseh-Show handle es sich zudem um eine TV-Produktion und keine Veranstaltung, sie dürfe daher im Lockdown stattfinden. 

Quelle: Redaktion / koa