APA/APA/BARBARA GINDL/BARBARA GINDL

Linzer Museen starten mit mehr Geld ins Jubiläumsjahr

06. Dez. 2022 · Lesedauer 3 min

Die Linzer Museen Lentos und Nordico haben 2022 mit 58.000 Besuchern wieder 80 Prozent des Vor-Corona-Betriebes erreicht. Dank 830.000 Euro zusätzlich, die die Stadt 2023 locker macht, will man trotz Teuerung und anstehender Jubiläen - das Lentos wird 20, das Nordico 50 - ausgeglichen wirtschaften. Inhaltlich stehen im Lentos u.a. der Zwischenkriegskünstler Jean Egger, das Kollektiv Haus-Rucker-Co und eine Schau über Geschwister in der Kunst am Programm.

Die Ausstellung "Jean Egger. Revolutionär der modernen Malerei" ab 27. Jänner ist eine Kooperation mit dem Museum Moderner Kunst Kärnten und schließt an die Lentos-Reihe über Zwischenkriegskünstler - zuletzt hatte man sich etwa Friedl Dicker-Brandeis gewidmet - an. Der Expressionist Egger, der teils schon das spätere Informel vorwegnehme, habe in der Kunstwelt "zu Unrecht nicht den Rang, der ihm zusteht", begründete Lentos-Direktorin Hemma Schmutz in der Programm-Pressekonferenz am Dienstag die Auswahl.

Im Untergeschoß ist ab 5. Mai eine Ausstellung mit Arbeiten von Cornelia Gurlitt und Anton Kolig zu sehen. Die Grafikerin Cornelia Gurlitt ist die bereits 1919 verstorbene Schwester von "Hitlers Kunsthändler" Hildebrand Gurlitt und die Cousine von Wolfgang Gurlitt, auf den der Bestand des Lentos ursprünglich zurückgeht. Das Museum setzt sich regelmäßig mit diesem Teil seiner Geschichte auseinander.

Ab 6. Oktober widmet sich "Atemzonen" den Nachkriegs-Avantgardisten von Haus-Rucker-Co. Auch hier besteht ein gewachsener Bezug zum Lentos. Mit dem Ankauf des Archivs von Günter Zamp Kelp, der an der Gestaltung der Schau beteiligt ist, hat das Museum 2020 bedeutende Bestände des Kollektivs übernommen.

Zum 20. Lentos-Jubiläum steht am 25. Mai ein großes Fest an, gleichzeitig wird die Ausstellung "Sisters & Brothers. 500 Jahre Geschwister in der Kunst" eröffnet, die eine Kooperation mit der Kunsthalle Tübingen ist.

Das Nordico stellt anlässlich seines 50ers seine Sammlungspräsentation neu auf. In Zusammenarbeit mit dem Haus der Geschichte Österreich stehen in "Heimat großer T*chter. Zeit für neue Denkmäler" feministische Errungenschaften im Fokus. Noch bis Ende Mai zu sehen ist die aktuelle Schau "What the Fem*?", die ebenfalls feministische Perspektiven zum Inhalt hat.

180.000 Euro Investitionszuschuss ist der Stadt Linz die Neuaufstellung der Sammlungspräsentation im Nordico wert. Der sonstige Mehrbedarf für 2023 wurde mit 650.000 Euro kalkuliert - davon 470.000 Euro allein für gestiegene Strom- und 110.000 für höhere Personalkosten. Insgesamt verfügen die Museen über ein Budget von 5,2 Millionen Euro - 4,4 Millionen kommen von der Stadt Linz, 800.000 aus Einnahmen, rechnete der kaufmännische Direktor Gernot Barounig vor.

Quelle: Agenturen