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Konkrete Pläne für Revitalisierung der Grazer Burg

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Die Revitalisierung der Grazer Burg nimmt Gestalt an: Am Dienstag wurden die Pläne des siegreichen Architektenteams des EU-weiten Wettbewerbs vorgestellt. Sie wollen bestehende Strukturen wie die alte Stadtmauer oder auch die Burgkapelle in ihrer ursprünglichen Höhe freilegen. Rund 30 Mio. Euro wird der "Masterplan Grazer Burg" bis zur Fertigstellung 2028 kosten. Die Hälfte der Kosten wird der Bund übernehmen, sagten LH Christopher Drexler (ÖVP) und LHStv. Anton Lang (SPÖ).

Die Grazer Burg ist "ein Stück Geschichte unseres Bundeslands", wie Lang eingangs unterstrich. Einige Räumlichkeiten im Erdgeschoß wurden bisher aber als "Rumpelkammer" genützt, so LH Drexler. Sein Vorgänger Hermann Schützenhöfer initiierte vor Jahren die Sanierung. Die detaillierten Planungen starten nun, Baustart ist für das vierte Quartal 2024 vorgesehen.

Architekt Tobias Brown erklärte, dass zunächst die drei Burghöfe attraktiver gestaltet werden. Vor allem der erste Hof werde besser für das Publikum geöffnet, das den "Entdeckungspfad Burg" in der Renaissancehalle im Erdgeschoß des sogenannten Karlstrakts starten soll. Schon da werden erste Exponate zu sehen sein, etwa freigelegte Teile der alten Stadtmauer. Sie soll sich auch durch weitere Ausstellungsräume ziehen. Der Grazer Architekt Valentin Spiegel-Scheinost veranschaulichte die Pläne für die Burgkapelle im Friedrichstrakt, deren Zwischendecke wieder entfernt wird, um die ursprüngliche Höhe zu erreichen.

Die Trennwände der Dreisäulenhalle werden ebenfalls entfernt, und durch eine Rampe sollen Burgkapelle, Dreisäulenhalle und Einsäulenhalle verbunden sein. Zugleich werde entlang der Rampe abermals die alte Stadtmauer in Szene gesetzt. Landschaftsarchitekt Bernhard König beschrieb, dass der "Zauncharakter" beim Zugang zum ersten Burghof entschärft werde, um die Besucherinnen und Besucher leichter "hineinzuziehen". Der zweite Hof, der schon jetzt viel Grünanteil hat und eine Ehrengalerie zeigt, soll die "grüne Lunge" der Burg werden. "Ein Ort zum Entspannen und Verweilen", sagte König.

Der dritte Hof, derzeit ein Wirtschaftshof mit Parkplätzen für Autos, soll zwar ein Wirtschaftshof bleiben, allerdings werden die Pkw verbannt und durch Vegetation ersetzt. Heimische Sträucher und Bäume wie Kiefer, Ahorn und Eichen sollen in den beiden hinteren Höfen gepflanzt werden, kündigte Landschaftsarchitektin Lisa Enzenhofer an. Ein "urbaner Stadtwald" sei die Idee dahinter. Die Pläne für eine Tiefgarage unter den Burghöfen wurde übrigens wieder verworfen.

Zwischen dem zweiten und den dritten Burghof wird auch der sogenannte Registraturtrakt revitalisiert und zu einer Mehrzweckhalle umgebaut. Dort sollen neuere Exponate zu sehen sein, so Spiegel-Scheinost. Teile des abgetragenen Bauschutts sollen in Form eines geschliffenen Terrazzobodens wiederverwertet werden und ein einheitliches Bild in allen revitalisierten Räumen bieten.

Das Ausstellungskonzept für die Räumlichkeiten werde nun parallel in Angriff genommen. Geplant ist eine Dauerausstellung über die Geschichte der Grazer Burg. Der Eintritt soll frei sein.

ribbon Zusammenfassung
  • Die Revitalisierung der Grazer Burg nimmt Gestalt an: Am Dienstag wurden die Pläne des siegreichen Architektenteams des EU-weiten Wettbewerbs vorgestellt.
  • Sie wollen bestehende Strukturen wie die alte Stadtmauer oder auch die Burgkapelle in ihrer ursprünglichen Höhe freilegen.
  • Rund 30 Mio. Euro wird der "Masterplan Grazer Burg" bis zur Fertigstellung 2028 kosten.
  • Geplant ist eine Dauerausstellung über die Geschichte der Grazer Burg.