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Komponist Rihm nun Träger der Salzburger Festspielnadel

29. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

Wolfgang Rihm ist am Freitag in Salzburg mit der Festspielnadel mit Rubin ausgezeichnet worden. Der Intendant der Salzburger Festspiele, Markus Hinterhäuser, überreichte dem Komponisten diese Ehrung. Die Salzburger Festspiele widmen Rihm zu seinem 70. Geburtstag eine Hommage - mit den instrumental verbundenen Passionsmotetten Vigilia, dem zehnteiligen Chiffre-Zyklus sowie der Kammeroper Jakob Lenz.

Hinterhäuser hat das Oeuvre des Komponisten gewürdigt. "Wolfgang Rihm ist seit 40 Jahren untrennbar mit den Salzburger Festspielen verbunden. Seine Werke sind in fast jedem Sommer ein wichtiger, ein wesentlicher Teil der Festspiellandschaft geworden."

Für Wolfgang Rihm spiele Kunst nie in geschichtsfreien Räumen. Sie sei aber dennoch stets mehr als ein Resonanzboden der Ereignisse. "Kunst und Kultur, beide sind ein wesentlicher Beitrag für die Erziehung des Herzens. Dahin führt uns die Musik Wolfgang Rihms", sagte der Intendant.

"Seine Musik öffnet sich dem Hörer", meinte Laudatorin Eleonore Büning. "Sie verschließt sich dem traditionellen Besteck musikalischer Analyse. Er selbst sagt: 'Ich möchte eine Musik schreiben, die man nicht erklären kann mit herkömmlichen Begriffen".

Erstmals bei den Salzburger Festspielen erklang ein Werk von Wolfgang Rihm 1982 mit der Uraufführung von "Fremde Szene". Es folgten weitere Uraufführungen der Werke "Mein Tod. Requiem in memoriam Jane S." im Jahr 1990, Lavant-Gesänge 2003, das Konzert für Violoncello und Orchester als Auftragswerk der Salzburger Festspiele 2006, Dionysos 2010 sowie das zweite Klavierkonzert, ebenfalls ein Auftragswerk der Salzburger Festspiele, des Gustav Mahler Jugendorchesters und des National Symphony Orchestra Washington 2014.

Seit 2019 sind Rihms Werke fester Bestandteile der Ouverture spirituelle bei den Salzburger Festspielen. 1991 hielt Wolfgang Rihm seine Salzburger Festspielrede unter dem Titel "Was ˈsagtˈ Musik?".

Die Festspielnadel mit Rubin wurde bereits an Edith Clever, Christa Ludwig, Anne-Sophie Mutter, Christian Stückl, Jürgen Flimm, Riccardo Muti, Mariss Jansons, Daniel Barenboim, Franz Welser-Möst und Tobias Moretti verliehen.

Quelle: Agenturen