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"King of Stonks": Ein "ungeliebter Mensch" will nach oben

06. Juli 2022 · Lesedauer 3 min

Noch ist er nicht "King of Stonks": Thomas Schuberts IT-Manager Felix Armand muss sich auf dem Weg dorthin nicht nur mit seinem exzentrischen Boss Magnus (Matthias Brandt), sondern auch mit den dubiosen Chefs eines Porno-Imperiums und der Mafia herumschlagen. Im APA-Interview gibt der 28-jährige, aus Wien stammende Schubert Einblicke in die heute erscheinende, sechsteilige Netflix-Satire und seine Herangehensweise an den machthungrigen Felix.

APA: Mit Regisseur Jan Bonny haben Sie bereits zusammengearbeitet. Sind Sie auch über ihn zum Projekt gestoßen?

Schubert: Ja. Ich habe mit ihm 2018 den Kinofilm "Wintermärchen" und danach noch einen ZDF-Film gedreht. Er hat mich den Produzenten Philipp Käßbohrer und Matthias Murmann vorgestellt. Früh habe ich auch Matthias Brandt kennengelernt, und wir haben recht schnell gemerkt, dass das eine gute Kombination ist.

APA: Wie gestaltete sich Ihre erste Zusammenarbeit mit Netflix, auch im Vergleich zur Zusammenarbeit mit öffentlich-rechtlichen Sendern?

Schubert: Als Schauspieler bin ich nicht viel mit Netflix in Berührung gekommen. Aber laut den Produzenten ist es ein Traum. Sie sind ganz erleichtert, dass es die Bürokratie so nicht gibt.

APA: Die Produzenten Philipp Käßbohrer und Matthias Murmann kennt man von "How to Sell Drugs Online (Fast)". Ist Ihre Figur Felix Armand ein Antiheld, ähnlich wie Moritz Zimmermann?

Schubert: Da gibt es bestimmt Ähnlichkeiten. Aber ich nehme meine Figuren vielmehr so hin, wie sie sind und versuche, sie von innen zu verstehen. Wie man sie von außen versteht, ist mir ziemlich blunzen.

APA: Wie verstehen Sie Felix?

Schubert: Felix ist ein sehr unsicherer Mensch, ein sehr ungeliebter Mensch, der sich jetzt das holen will, von dem er glaubt, dass es ihm zusteht. Darin ist er sehr rastlos, ehrgeizig und hart, gleichzeitig sucht er sich aber nicht aus, was er will. Er ist dem, was er will, ein bisschen ausgesetzt. Eine durchaus in sich widersprüchliche Figur.

APA: "King of Stonks" handelt viel von Aktien und Wirtschaft. Wie sehr muss man sich dafür interessieren, um an der Serie Gefallen zu finden?

Schubert: Nicht sehr. In den letzten Jahren sind viele Formate wie "The Big Short" oder "The Wolf of Wall Street" erschienen, das hat uns in die Karten gespielt. Die Thematik wird auch ganz gut erklärt. Es hat in den letzten Jahren außerdem viel Interesse am Aktienmarkt und seinen Abläufen gegeben. Jeder, der sich damit auseinandersetzt, wird die Abläufe verstehen.

APA: Und andere vielleicht angeregt werden, das zu tun ...

Schubert: Ich weiß nicht, ob es nicht eher eine Abschreckung ist. (lacht)

APA: Die Serie ist vom Wirecard-Skandal inspiriert. Ist auch Ihre Figur an reale Personen angelehnt?

Schubert: Nein, das wäre zu langweilig. Es ist viel spannender, neue Dynamiken zu erzählen, die die Gesellschaft widerspiegeln. Magnus beispielsweise ist ein Typ, den es gerade in vielen verschiedenen Variationen gibt. Und Felix ist der Typ, der ihm nachläuft, ihn verteidigt und seine Wünsche ausführt. Auch Elon Musk hat Leute, die ihm folgen und ihn verteidigen.

APA: Hat es Ihnen Spaß gemacht, in einer Satire zu spielen?

Schubert: Es war ein sehr dynamischer Prozess. Wir konnten viel ausprobieren, viel improvisieren. Das hat einfach wahnsinnig Spaß gemacht. Es gibt zum Beispiel eine Szene, wo ich mit einem ehemaligen Schulkollegen, der jetzt beim Geheimdienst ist, im Auto sitze. Am Ende der Szene fangen wir an, uns gegenseitig anzuschreien, das war komplett improvisiert.

APA: Steht eine zweite Staffel im Raum?

Schubert: Das ist noch nicht entschieden. Stoff gäbe es genug.

(Das Gespräch führte Ines Garherr/APA)

(S E R V I C E - https://www.netflix.com/at/title/81389612)

Quelle: Agenturen