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"Jurassic World": Urgesteine Goldblum, Neill und Dern retten Dino-Fortsetzung

09. Juni 2022 · Lesedauer 3 min

Diesmal sind die Dinos wirklich auf der ganzen Welt los. Im neuen "Jurassic World" sind es aber andere "Fossilien", die die Herzen des Publikums höher schlagen lassen. Jeff Goldblum, Laura Dern und Sam Neill, die beim ersten Teil schon dabei waren, spielen ihre Nachfolger um Chris Pratt locker an die Wand und bringen Witz in die ansonsten lahme Story.

Nach "Jurassic Park" ist jetzt auch Nachfolger-Trilogie "Jurassic World" am Ende beziehungsweise abgeschlossen. Beim großen Finale ist die ursprüngliche Besetzung - zumindest auf menschlicher Seite - mit von der Partie. Neu ist, dass sich die T-Rex und Co nun über die ganze Welt ausgebreitet haben - Konflikte vorprogrammiert. Seit Mittwoch läuft das neueste Dinosaurier-Abenteuer im Kino.

Für alle, die nicht so im Stoff sind: Insgesamt gibt es zwei Trilogien, also sechs Filme. Legendär ist der erste "Jurassic Park" 1993, der die Ära der Kino-Dinos einläutete. Es folgen bis 2001 zwei unterirdische Fortsetzungen. 2015 startete die "Jurassic World"-Reihe, die dem Genre neuen Atem einhauchte. Mit dabei Bryce Dallas Howard und Chris Pratt. Der Film, der jetzt am 8. Juni angelaufen ist, schließt diese zweite Trilogie ab. Titel: "Jurassic World: Ein neues Zeitalter".

Die Welt den Dinos

Neu an Teil sechs ist, dass sich die Saurier über den gesamten Planeten ausgebreitet haben. Wie das innerhalb weniger Jahre - seit Ende von Teil fünf - geschehen sein soll, bleibt ein Geheimnis der Drehbuchautoren, aber Logik ist ja oft nicht gerade die stärkste Seite des Science-Fiction-Genres.

Jedenfalls schaffen es Zusammenstöße zwischen Dinosauriern und Menschen fast täglich in die Nachrichten. Achtung, Dinos auf der Autobahn! "Oh nein, nicht schon wieder", stöhnt ein Mitarbeiter des Amtes für gefährliche Tierarten. Manche Szenen haben durchaus etwas Parodistisches, etwa wenn Tierschützer in einen illegalen Zuchtbetrieb eindringen und dort "mittelalterliche Zustände" bei der Dinohaltung beklagen.

Durchzuspinnen, wie es wäre, wenn Dinosaurier und Menschen koexistieren würden, mag durchaus seinen Reiz haben. Ein bisschen viel wird es, weil daneben auch die komplett geklonte Kinder-Heldin aus Teil fünf wieder dabei ist. Und weil das nicht reicht, kommt auch noch eine gewaltige Heuschreckeninvasion dazu, die von einem mysteriösen Biotech-Unternehmen aus den italienischen Dolomiten ausgelöst worden ist. 

Richtig spannend ist der Film nicht, denn Hauptheld Owen Grady (Chris Pratt) als Dinoflüsterer vermag die schlimmsten Bestien durch einfache Handzeichen auf Abstand zu halten.

Alte Crew begeistert mit Insider-Witzen

Der eigentliche Reiz besteht im Zusammentreffen des "Jurassic-Park"-Ensembles der 90er Jahre und der "Jurassic-World"-Crew des 21. Jahrhunderts. Hier ergibt sich die Möglichkeit für Insider-Witzchen und Anspielungen, wovon reichlich Gebrauch gemacht wird.

Sehr schön zum Beispiel die Szene, in der Sam Neill als Paläontologe Dr. Alan Grant Sam Neill in seinem Forscherzelt von Ellie Sattler (Laura Dern) aufgesucht wird und sie ihn mit den Worten begrüßt: "Du hast dich gar nicht verändert!" Wobei jeder sehen kann, dass er schwer alt geworden ist - wie sollte es auch anders sein nach fast 30 Jahren? An einer anderen Stelle wird der von Jeff Goldblum verkörperte Mathematiker und Chaostheoretiker Dr. Ian Malcolm gefragt, ob er "Jurassic World" gemocht habe. Antwort: Nö, er gehöre zu dem anderen Team. Es sind die zweibeinigen Veteranen der nach Kinomaßstäben geradezu vorzeitlichen "Jurassic Park"- Reihe, die diesen Film retten.

Vermutet werden darf, dass das Ganze wieder ein großer Kassenerfolg wird. Und das dürfte wiederum garantieren, dass die Leinwandsaurier vorläufig noch nicht aus

sterben werden. "Jurassic World" ist zu Ende, aber die nächste Trilogie kommt bestimmt.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam