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Intervention vor HGM fordert Neupositionierung ein

Vor zwei Jahren kündigte das Verteidigungsministerium eine umfassende Reform des Heeresgeschichtlichen Museums inklusive Neuausschreibung der Direktion an. Der Umstand, dass der Posten nach wie vor nicht ausgeschrieben wurde, stößt bei Aktivisten rund um das Kollektiv #hgmneudenken auf Kritik. Daher lädt man am 5. Juni zu einer Intervention vor dem Eingang des Museums im Arsenal. Am morgigen Donnerstag finden an der Akademie der Wissenschaften zwei Diskussionen statt.

Laut einem Sprecher des Verteidigungsministeriums liegen die fertigen Ausschreibungsunterlagen derzeit noch im Bundesministerium für Kultur, Öffentlicher Dienst und Sport, da dies zuständig für die Genehmigung der Arbeitsplatzbeschreibungen im Bundesdienst ist. Auf APA-Anfrage hieß es dort, dass eine gültige Beschreibung des Arbeitsplatzes vorliege, einer Ausschreibung stehe aus Sicht des BMKÖS nichts im Wege. Nun liegt der Ball also wieder beim Verteidigungsministerium.

Unterdessen leitet M. Christian Ortner das Museum nach wie vor, obwohl sein Vertrag bereits seit längerem ausgelaufen ist. In den vergangenen Jahren hatte es zahlreiche kritische Stimmen über den Umgang des Museums mit der militärischen Vergangenheit Österreichs sowie Vorwürfe der Offenheit für Rechtsextremismus gegeben. Nach einem kritischen Rechnungshof-Bericht wurden 2020 mehrere Evaluierungskommissionen damit beauftragt, den Shop, den Saal zur Geschichte 1918-1945 sowie das ganze Haus zu evaluieren.

Unter dem Titel "HGM Hearing" kündigen die Kollektive #hgmneudenken, Artificial Museum und System Kollektiv "die Besetzung einer kritischen Übergangsdirektion und die Bildung eines kollektiven Neugründungskomitees" an, das sich der "Erarbeitung einer Modernisierungsstrategie für das HGM unter Berücksichtigung der entsprechenden historischen, künstlerischen und wissenschaftlichen Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit" widmen soll. Erster Programmpunkt ist die Eröffnung einer Ausstellung digitaler Kunst im öffentlichen Raum, die "eine erste Vorstellung realisierbarer Möglichkeiten für das HGM" ermöglichen soll.

Dabei wird laut Ankündigung die audiovisuelle Erfahrung von Kunstobjekten für das Handy direkt am Museumsareal zugänglich gemacht: "Die Objekte werden sich mit der Verarbeitung von Krieg in der Kunst und ihrer Beziehung zu dem sich in der Entwicklung befindenden, zunehmend wichtiger werdenden Raum digitaler 3D-Kunst befassen", heißt es weiter. Zu den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern zählen u.a. Adrian Haim, Ferdinand Doblhammer oder Shahab Nedaei.

Im Vorfeld finden am Donnerstag (2. Juni) zwei Diskussionsrunden an der Akademie der Wissenschaften statt: Dabei debattieren u.a. die Kulturwissenschafterin und Schriftstellerin Elena Messner, der Historiker Dieter A. Binder, Wolfgang Müller (Vorsitzender des Militärhistorischen Beirates der Wissenschaftskommission beim Bundesministerium für Landesverteidigung), Museumsbund-Präsident Wolfgang Muchitsch und hdgö-Direktorin Monika Sommer ab 14 Uhr über die Möglichkeiten im Rahmen einer Neuorientierung des HGM.

(S E R V I C E - "HGM Hearing" am 5. Juni, 13 Uhr vor dem Eingang des HGM. Weitere Infos unter https://artificialmuseum.com/; Podiumsdiskussionen am 2. Juni in der ÖAW, Infos unter www.oeaw.ac.at)

ribbon Zusammenfassung
  • Vor zwei Jahren kündigte das Verteidigungsministerium eine umfassende Reform des Heeresgeschichtlichen Museums inklusive Neuausschreibung der Direktion an.
  • Der Umstand, dass der Posten nach wie vor nicht ausgeschrieben wurde, stößt bei Aktivisten rund um das Kollektiv #hgmneudenken auf Kritik.
  • Daher lädt man am 5. Juni zu einer Intervention vor dem Eingang des Museums im Arsenal.
  • Nun liegt der Ball also wieder beim Verteidigungsministerium.