APA/APA/Mozartwoche

Großer Jubel für Eröffnungskonzert der 70. Mozartwoche

23. Jan. 2026 · Lesedauer 3 min

Auftakt im voll besetzten Großen Saal der Internationalen Stiftung Mozarteum: Mit dem Danish Chamber Orchestra unter seinem Chefdirigenten Adam Fischer, Mezzosopranistin Emily D'Angelo und einem gut gelaunten, zweisprachig moderierenden Intendanten Rolando Villazón geriet das Eröffnungskonzert der 70. Mozartwoche am Donnerstagabend zu einem festlichen, vielfältigen Start, der Mozart nicht nur programmatisch, sondern auch musikalisch hörbar huldigte.

Dass Villazón in Salzburg über eine verlässliche Fanbasis verfügt, zeigte sich gleich zu Beginn: Schon für die von ihm persönlich gesprochene Durchsage, mit dem Handy nicht die Vorstellung zu stören, gab es Applaus. Danach ordnete der Intendant das Konzept des Abends mit gewohnt sprudelnder Begeisterung ein. Das Eröffnungskonzert schlage traditionell eine Brücke von der vorherigen Mozartwoche zur aktuellen. Diesmal vom Blick auf Mozarts musikalische Wegmarken hin zum Motto "Lux aeterna", das Villazón anlässlich Mozarts 270. Geburtstag am 27. Jänner gewählt hat.

Fischer und das Danish Chamber Orchestra ließen diese Festlichkeit sofort hörbar werden. Die Ouvertüre zu "Lucio Silla" funkelte vor sicht- und hörbarem Enthusiasmus, schlank geführt, transparent ausbalanciert. Auch in der Ouvertüre zu "Mitridate, re di Ponto" blieb der Zugriff beweglich und klar konturiert: kein historisierender Gestus um seiner selbst willen, sondern ein konzentriertes, federndes Musizieren mit Sinn für Drive.

Der vokale Höhepunkt kam früh: Emily D'Angelo packte in der Arie der Ottavia "Addio Roma!" aus Monteverdis "L"incoronazione di Poppea" eine ganze Figur in wenige Minuten. Ihr fokussierter, kernig geführter Mezzo trug mühelos durch den vollen Saal, die Höhen glänzten, und der Text blieb gut verständlich. Besonders stimmig wirkte dabei das dunkel aufflackernde Grollen im Vibrato, mit dem D'Angelo die verletzte Würde der verstoßenen Kaiserin ebenso zeichnete wie deren jähe Wut, wenn Ottavia die Götter um Rache anfleht.

Die Stimmungswechsel gelangen ihr mit großer Leichtigkeit. In den Auszügen aus Händels "Ariodante" bekam diese Präsenz zusätzlich eine dialogische Spitze: Beim klagenden "Scherza infida" trat Klarinettist Jonas Lyskjaer Frolund aus dem Orchester zu ihr nach vorne und wurde zum Duettpartner, der D'Angelos leises Singen in ein feines Ballspiel zwischen Solistin und Ensemble verwandelte. Für die Hosenrolle wechselte sie dabei vom Kleid in den Anzug, bevor sie in "Dopo notte, atra e funesta" mit einem deutlich heitereren Tonfall und entsprechender Orchesterstimmung die Stimmung drehte. Das Publikum war spätestens hier vor der Pause aus dem Häuschen.

Dynamik blieb hoch

Nach der Pause, und damit in Mozarts Todesjahr 1791 angekommen, zog Fischer die Tempi weiter an, ohne die Binnenarbeit aus dem Blick zu verlieren. In der Ouvertüre und Sestos Arie "Parto, ma tu ben mio" aus "La clemenza di Tito" war Mozart weniger dem Tod als dem Leben nah: vorwärtsdrängend, hell, detailreich. Die g-Moll-Sinfonie KV 550 schließlich geriet unter diesem Zugriff zum atemlosen Strom: Fischer ließ Themen anschwellen und wieder abklingen, die Dynamik blieb hoch, was im ersten Satz stellenweise ein leichtes Ruckeln verursachte. Im Andante stellte sich mehr Ruhe ein, und im finalen Allegro passte die Hektik dann fast zwingend zum Charakter.

Am Ende standen großer Schlussapplaus und mehrere Zugaben, die den Eindruck bestätigten: Dieses Eröffnungskonzert setzte nicht auf eine einzige Dramaturgie, sondern auf Vielfalt, Elan und ein Publikum, das sich gern mitreißen ließ.

(Von Larissa Schütz/APA)

(S E R V I C E - 70. Mozartwoche der Internationalen Stiftung Mozarteum von 22. 1. bis 1. 2. 2026, https://mozarteum.at/mozartwoche)

Zusammenfassung
  • Intendant Rolando Villazón begeisterte das Publikum bereits mit seiner zweisprachigen Moderation und wählte das Motto "Lux aeterna" anlässlich Mozarts 270. Geburtstag am 27. Jänner.
  • Das Programm spannte einen Bogen von Mozarts Ouvertüren über Monteverdi und Händel bis zur g-Moll-Sinfonie KV 550, und das Publikum bedankte sich mit großem Applaus und mehreren Zugaben.