APA - Austria Presse Agentur

Griechischer Komponist Mikis Theodorakis gestorben

02. Sept 2021 · Lesedauer 2 min

Der griechische Komponist Mikis Theodorakis ist am Donnerstag im Alter von 96 Jahren in Athen gestorben, wie griechische Medien übereinstimmend berichteten. International erlangte er als Musiker, Schriftsteller und Politiker Berühmtheit.

Theodorakis wurde international zunächst vor allem als Filmkomponist berühmt. Er komponierte unter anderem etwa die Filmmusik zu "Alexis Sorbas". Er war aber auch Widerstandskämpfer und später Politiker.

Theodorakis wurde am 29. Juli 1925 auf der Insel Chios geboren. Zur Musik kam er durch einen alten Film über Beethoven. "Ich sah den Film zusammen mit meinem Vater. Ich war fasziniert", erzählte er in einem Interview des griechischen Fernsehens.

Während des Zweiten Weltkrieges schloss er sich dem kommunistisch dominierten Widerstand an. Beim Bürgerkrieg (1947-1949) schlug er sich auf die Seite der Linken. Er wurde in die Verbannung geschickt und gefoltert.

Internationaler Erfolg und Verbannung

Als Komponist wurde Theodorakis Anfang der 1960er-Jahre weltbekannt - mit der Musik zu "Alexis Sorbas", dem Film von Michael Cacoyannis mit Anthony Quinn in der Titelrolle. Danach ging er wieder in den Widerstand. Diesmal gegen die Obristenjunta in Griechenland (1967-1974). Seine Musik wurde in Griechenland verboten. Die Griechen hörten sie aber weiter zuhause oder in den ausländischen Radiosendern, die damals die Quelle für unabhängige Nachrichten waren.

Theodorakis wurde schließlich festgenommen. Nach internationalen Protesten konnte er das Land verlassen - und lebte bis 1974 im Pariser Exil. Dort komponierte er "Axion Esti", "Das Lied vom Toten Bruder" und den "Canto General".

Von den Kommunisten zu den Konservativen zu den Sozialisten

Nach der Wiederherstellung der Demokratie 1974 kehrte er in seine Heimat zurück und startete ein politisches Wechselspiel. Theodorakis wurde Abgeordneter für die Kommunisten. Ihm aber passte die moskauhörige Politik der damaligen kommunistischen Partei nicht. Er zog sich zunächst zurück - und schloss sich wenig später den Konservativen an, für die er ins Parlament gewählt wurde. Eine Weile lang war Theodorakis Minister der konservativen Partei. Als diese ihn auch enttäuschte, näherte er sich den Sozialisten an.

Quelle: Agenturen