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Gary Lucas: Der "X-Faktor" und "Regenmacher" an der Gitarre

18. Apr 2021 · Lesedauer 2 min

Gary Lucas ist ein US-Gitarrist und Songschreiber, der einige innovative Alben veröffentlichte. Außerdem arbeitete er mit Popstars wie Jeff Buckley, Lou Reed, Nick Cave oder Patti Smith und war Mitglied der Band von Captain Beefheart. "Ich glaube, ich bringe den X-Faktor in eine Zusammenarbeit mit, eine Art Feuerwerk, einen musikalischen Blitz, ein filigranes Funkeln, das die Lichter in einem Song zum Leuchten bringt", sagt Lucas, der nun eine Werkschau veröffentlichte.

"The Essential" heißt die Doppel-CD schlicht und passend. Geboten wird ein kompakter, repräsentativer Überblick über das Schaffen des 1952 in Syracuse, New York, geborenen Fusiongitarristen. Kenner finden darauf auch Raritäten. Die Vielseitigkeit Lucas' kommt mit dem Tonträger gut zur Geltung. Im Lebenslauf des Amerikaners steht übrigens auch ein Engagement als Gitarrist in Leonard Bernsteins Theaterstück "Mass" (Messe) in Wien.

Auf musikalische Highlights in seiner Karriere angesprochen, sagte Lucas in einem Interview zu "The Essential": "Ich denke, die Aufnahme des Demos von 'Grace' mit Jeff Buckley ist sicherlich eines davon. Ich verließ dieses kleine Studio in New York City im August 1991, nachdem ich gesehen hatte, wie sich Jeff seinen Arsch abgesungen hat bei einem Rough-Mix von 'Grace' und 'Mojo Pin'. Und dachte: Diese Musik wird die Welt erschüttern!"

Auch die Tätigkeit bei Captain Beefheart zählt Lucas zu den Höhepunkten: "Don Van Vliet (Captain Beefheart, Anm.) war der größte Künstler, den ich je getroffen und mit dem ich je gearbeitet habe", betonte Lucas. "Ich kannte ihn sehr, sehr gut. Er war jeden Tag ein Vesuv an Kreativität, er spuckte erstaunlich poetische Bilder, geistreiche Bemerkungen, Texte, Zeichnungen, Gemälde und natürlich Musik aus. Er war in einem konstanten Flow." Von 1980 bis 1982 spielte Lucas in der Band und arbeitete an den Alben "Doc At the Radar Station" und "Ice Cream For Crow" mit.

"Alles, was ich spiele und angreife, ist mit dem Geist des Blues gefüllt", so Lucas. "Ich kann mir Musik aus jedem Genre vornehmen - ob chinesischen Pop der 30er-Jahre, Richard Wagner oder ungarische Volksmusik - und sie mit dem Geist des Blues verbinden. Ich kann jenseitige elektronische Klanglandschaften bauen, die tief in das Numinose und Übernatürliche hineinreichen - und alles mit fingergepicktem, akustischen Blues ins Hier und Jetzt zurückbringen." Nachsatz: "Im Grunde bin ich eine Art Regenmacher." Mit "The Essential" lassen sich diese Aussagen leicht überprüfen.

Quelle: Agenturen