APA - Austria Presse Agentur

Für Konzertveranstalter ist Corona-Situation "mühsam"

17. Nov 2021 · Lesedauer 4 min

Die steigenden Coronazahlen in Österreich haben in vielen Bereichen strengere Sicherheitsmaßnahmen nach sich gezogen. Wie schwierig es dabei sein kann, den Überblick zu bewahren oder unternehmerisch zu planen, zeigen Statements von verschiedenen Konzertveranstaltern und Venues. Für Ewald Tatar, Chef von Barracuda Music, ist es "einfach nur mehr mühsam, womit wir Veranstalter (und nicht nur wir) in diesem Land zu kämpfen und umzugehen haben", teilte er der APA mit.

Strenge Worte fand Tatar für die politischen Verantwortlichen, sprach er doch von einem "unabgestimmten Chaos zwischen den Regierungsparteien" sowie einem "zusätzlich leider unkoordinierten Vorgehen der Bundesländer", was ihm und seinem Team die Arbeit erschwere. "Es ändert sich quasi stündlich etwas, und wir können nur zuschauen und versuchen, im Sinne unserer Besucher und Künstler so gut wie es nur geht zu reagieren und Events trotzdem möglich zu machen." Eine zusätzliche Maskenpflicht zu 2G- respektive 2G-Plus-Regel "würde wohl das erneute vorläufige Ende für den Großteil unserer Konzerte bedeuten (....). Aber Hauptsache, die Politik reagiert wieder mal mit monatelanger Verzögerung."

Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) habe man bereits im Sommer eine Zusammenarbeit angeboten, um eine Erhöhung der Impfzahlen zu erreichen - "leider vergeblich", so Tatar. "Es kam nicht mal eine Reaktion dazu. Traurig einfach!" Der Konzert- und Festivalveranstalter hofft nun darauf, dass alle Wirtschaftshilfen sowie die Mehrwertsteuersenkung für das kommende Jahr verlängert werden. "Sonst gute Nacht."

"Beobachten und abwarten" sei wiederum die Devise, wenn man Filip Potocki fragt. Der Geschäftsführer von Arcadia Live bezeichnete es als "wieder sehr schwierig, die kommenden Wochen - und Monate - zu planen". Zuletzt habe man wieder ausverkaufte Konzerte bei Einhaltung der 2G-Regel gehabt und war zuversichtlich, "dass das ein gangbarer Weg bleibt. Nun aber ergeben sich wieder einige Fragezeichen." Ob die derzeit fixierten Dezember-Termine halten, sei Zukunftsmusik. "Wir bleiben aber optimistisch und glauben daran, dass 2022 Veranstaltungen wie geplant stattfinden. Und wir werden auch weiterhin dahin gehend arbeiten." Zentral dafür ist laut Potocki ein Anstieg der Impfungen. "Denn nur so werden wir eine Rückkehr zu dem sozialen Leben, nach dem wir uns alle sehnen, schaffen."

Der Posthof Linz hat wiederum in Abstimmung mit der Behörde sowie unter Einhaltung der aktuell gültigen Verordnungen sämtliche Stehkonzerte in Sitzkonzerte umgewandelt. Jene Gigs, die über diese Kapazität hinausgehen, werden ins kommende Jahr verschoben. "Darin haben wir ja schon Übung", meinte Musikchef Gernot Kremser zur APA. Für ihn ist die Lage "herausfordernd. Die Rahmenbedingungen, unter denen gespielt werden kann, sind ja vom Bundesland und der dortigen Covid-Situation abhängig. In Oberösterreich sind aktuell Konzerte mit 2G-Kontrolle, zugewiesenen Sitzplätzen und FFP2-Masken möglich." Gerade die 2G-Kontrolle sowie die Registrierung würden "dank eines offenen und aufgeklärten Publikums" sehr gut funktionieren, bedankte sich Kremser bei den Posthof-Besuchern. "Kurzum: Wir nehmen die Herausforderung an und fahren auf Sicht!"

Ähnlich dramatisch wie in Oberösterreich ist die Coronasituation auch in Salzburg. Dort versuche das Rockhouse "seit Beginn der Pandemie immer das Unmögliche möglich zu machen", unterstrich Geschäftsführer Wolfgang Descho, also ein "möglichst interessantes Programm" anzubieten. Das reiche dann von Streamingkonzerten bis zur bestuhlten Gigs, fallweise mit oder ohne Maske. Insgesamt sei man somit auch 2020 auf 120 Veranstaltungen gekommen. "Das heißt, wir sind auf Flexibilität und Spontaneität trainiert und versuchen das jeweils Beste aus einer Situation zu machen", so Descho. Immerhin wolle man auch in schwierigen Zeiten Kultur anbieten. "Doch muss derzeit die völlig fehlende Planbarkeit bedingt durch die nicht gerade immer nachvollziehbar geplanten Maßnahmen seitens der Politik schwerst kritisiert werden. Wir können derzeit nur von Tag zu Tag arbeiten und planen."

Quelle: Agenturen