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Fernsehen: Fünf kuriose Fakten

21. Nov. 2022 · Lesedauer 3 min

Das Fernsehen ist trotz Smartphones, On-Demand- und Streamingplattformen nach wie vor ein Bestandteil des alltäglichen Lebens. Anlässlich des Welttags des Fernsehens hat PULS 24 kuriose Fakten rund um den flimmernden Kasten im Überblick.

Mit 96 Jahren ist das klassische Fernsehen zwar schon ein Oldie, tot ist es dennoch nicht. 70 Prozent des täglichen Bewegtbildkonsums der Österreicher:innen entfällt auch weiterhin auf das klassische TV (sowohl linear, wie auch zeitversetzt). Das zeigt die aktuellste Bewegtbildstudie, die im Auftrag der RTR und Arge Teletest von GfK Austria durchgeführt wurde. Damit ist das typische Fernschauen weiterhin die mit Abstand meistgenutzte Bewegtbildquelle in Österreich.

Frühes Schaufenster-TV

Der Weg dorthin war lang. 1926 kam es in London zur weltweit ersten TV-Vorführung.  In Österreich startete das Fernsehen aber erst 31 Jahre später, nämlich 1955 mit einem Versuchsprogramm. Dabei wurde drei Mal in der Woche für rund 30 Minuten gesendet. Die erste Sendung war eine Konzertaufzeichnung der Wiener Philharmoniker aus dem Belvedere.

Da zu dieser Zeit kaum jemand im Land ein eigenes Fernsehgerät besaß wurde zwischen 17 und 18 Uhr gesendet. Die Wahl fiel auf diese Uhrzeiten, da Interessierte am Heimweg in den Schaufenstern der Radiogeschäfte die Möglichkeit hatten das Programm zu verfolgen. Der Versuch endete 1957 mit der Einführung des regulären Fernsehprogramms. Mittlerweile werden laut der Bewegtbildstudie 99 Prozent der Österreicher:innen jede Woche via TV erreicht.

Alte FernsehgeräteAPA/dpa/Sven Hoppe

Fernsehverbot für Kinder

In Deutschland veranlasste der beginnende Fernseh-Boom den Gesetzgeber dazu ein Kino- und Fernsehverbot für Vorschulkinder umzusetzen. Durch eine Novelle des Jugendschutzgesetztes von 1957 war es Kindern unter sechs Jahren verboten Filme zu konsumieren, die "die Erziehung (...) zur leiblichen, seelischen oder gesellschaftlichen Tüchtigkeit beeinträchtigen". Als Reaktion auf dieses Verbot beschloss der ARD (ab 1960) und der ZDF (ab 1963) kein Programm für Kinder dieser Altersgruppe auszuarbeiten. 

Das Gesetz selbst wurde laut der Bundeszentrale für politische Bildung 1985 wieder aufgehoben. Die im Jugendschutzgesetz festgelegten Altersgrenzen für Filme und Sendungen - wie etwa "frei ab 6 Jahren"; "frei ab 12 Jahren"; usw.  - gelten noch immer.

Mehr zum Thema Fernsehen gibt es in der aktuellen Podcast-Folge:

Fernsehen macht dumm?

Abgesehen von dem Fernsehverbot aus Deutschland, das eben zum Schutz der Kinder in Kraft getreten ist, stellt sich immer wieder die Frage: Macht Fernsehen dumm? Die Antwort darauf will eine Studie des University College in London gefunden haben. Diese zeigt, dass mehr als 3,5 Stunden Fernsehen pro Tag bei über 50-Jährigen den Abbau des verbalen Gedächtnisses fördert. Das verbale Gedächtnis ist für das Erfassen von sprachlichen Botschaften notwendig, wie etwa das Verstehen von Durchsagen am Bahnsteig. 

Schuld an dem Abbau soll laut der Studie aus dem Jahr 2019 der schnelle Wechsel zwischen Bild und Ton sein, sowie die Passivität der Zuseher:innen. Die Forscher:innen untersuchten 3.590 Teilnehmer:innen, die zu Beginn der Studie sowohl über 50 Jahre alt waren wie auch keine Anzeichen auf Demenz aufwiesen.

Fernsehboom im Lockdown

Am meisten ferngesehen haben die Österreicher:innen während der Corona-Pandemie. Der derzeitige Rekordwert kommt aus dem Jahr 2020 und liegt bei durchschnittlich 209 Minuten täglich. Das entspricht 13 Minuten mehr als im Jahr davor. Mittlerweile hat der Konsum auch wieder etwas abgenommen - mit 203 Minuten liegt der Wert aus dem Jahr 2021 bereits unter dem Rekordwert.

Kuriose Anonymisierung

Das Fernsehen lebt von eindrucksvollen Bildern, umso kreativer werden Produzenten demnach, wenn es darum geht Menschen nicht zu zeigen. Neben der klassischen Schattenwand oder den Aktenordner vor dem Gesicht setzt das ZDF nun auf eine weitere Anonymisierungs-Möglichkeit: Gummimasken. Für eine Dokumentation wurden die ehemaligen Diskonter-Mitarbeiter mit Kostümen, Gummimasken und verstellter Stimme unkenntlich gemacht. 

Angela PerkonigQuelle: Agenturen / Redaktion / pea