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Ehemalige Synagoge St. Pölten zeigt "Geraubte Heiligkeit"

Heute, 10:36 · Lesedauer 2 min

Die neue Wechselausstellung in der Ehemaligen Synagoge St. Pölten "Geraubte Heiligkeit - Judaica aus Niederösterreich" zeigt sieben Ritualobjekte aus den etwa 25 zerstörten und geplünderten Synagogen und Bethäusern im Bundesland. Die Schau entstand in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Wien und ist von 15. April bis 15. November zu sehen. Als Kuratorin fungiert die wissenschaftliche Leiterin Martha Keil, als Gestalterin Grafik-Designerin Renate Stockreiter.

Die Judaica wurden entweder vor den Novemberpogromen 1938 zur Aufbewahrung in das Jüdische Museum Wien gebracht oder kamen als Raubgut in den Handel und wurden nach dem Krieg von Sammlern erworben. Thematisiert werden auch zerstörte und verschwundene Gegenstände, die nur noch durch Fotos und Listen nachweisbar sind, wurde am Montag in einer Aussendung mitgeteilt. Eine Medienstation zeigt 3D-Rekonstruktionen der zerstörten Synagogen Niederösterreichs.

Aus dem Bestand des Jüdischen Museums Wien wird auch ein Tora-Schild zu sehen sein, dessen Erben Keil im Zuge ihrer Forschungen zur Vorbereitung der Ausstellung ausfindig gemacht hat. Es stammt aus dem privaten Bethaus der Familie von Simon Hacker aus Bad Erlach, das bereits im April 1938 geplündert und 1941 arisiert wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es von dem Schoa-Überlebenden Max Berger erworben. Seine Judaica-Sammlung befindet sich seit 1992 als Dauerleihgabe im Jüdischen Museum Wien. Das Tora-Schild soll im Zuge der Ausstellungseröffnung am 14. April an die rechtmäßigen Erben zurückgegeben werden.

(S E R V I C E - St. Pölten, Ehemalige Synagoge: "Geraubte Heiligkeit - Judaica aus Niederösterreich", 15. April bis 15. November. www.ehemalige-synagoge.at )

Zusammenfassung
  • Die Ausstellung "Geraubte Heiligkeit - Judaica aus Niederösterreich" in der Ehemaligen Synagoge St. Pölten zeigt sieben Ritualobjekte aus etwa 25 zerstörten und geplünderten Synagogen und Bethäusern und läuft vom 15. April bis 15. November.
  • Ein Highlight ist ein Tora-Schild aus dem privaten Bethaus der Familie Simon Hacker aus Bad Erlach, das im April 1938 geplündert und 1941 arisiert wurde und am 14. April an die rechtmäßigen Erben zurückgegeben werden soll.
  • Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Wien und bietet zudem 3D-Rekonstruktionen zerstörter Synagogen sowie Judaica-Sammlungen, die teils vor den Novemberpogromen 1938 gerettet oder nach dem Krieg erworben wurden.