Die Wiener Resonanzen sind heuer weiblich
Allzu streng nimmt man es mit dem feministischen Blick dann aber auch wieder nicht, gestaltet das Eröffnungskonzert am Samstag doch Altmeister Jordi Savall mit einem Vivaldi-Programm. Immerhin will der Dirigent mit seinem rein weiblich besetzten Les Musiciennes du Concert des Nations Vivaldis eigenes Orchester von Waisenmädchen ehren.
Katharina Bäuml an der Schalmei und als Leiterin der Capella de la Torre ehrt in den Folgetagen dann die Lebensepoche der berüchtigten "Blutgräfin" Elisabeth Báthory-Nádasdy mit Musik der Zeit, während das Ensemble The Fine Hand in "Die Frauenzimmer" die sechs Gattinnen König Heinrichs VIII. bei einem halbszenischen Konzert am 22. Jänner zu Wort kommen lässt. Hana Blažíková & Dorothee Mields erweisen bei "Unglückliche Nachtigall" der venezianischen Musikerin Barbara Strozzi die Ehre, während Le Poème Harmonique mit Baldassare Galuppis Satire "L'uomo femmina" am 25. Jänner eine Umkehr der Geschlechterverhältnisse auf die Bühne bringt.
Das traditionelle Essenskonzert steht diesmal unter dem Motto "Damenbart & Hosenrolle" und ermöglicht dem brasilianischen Sopranisten Bruno de Sá sein Konzerthausdebüt, was auch für die Barockgeigerin Emmanuelle Dauvin gilt, die am 24. Jänner nicht nur ihr Stamminstrument, sondern mit den Füßen auch gleich noch in Eigenbegleitung ein Pedalboard spielt.
Streng geschlechterneutral gestaltet sich da die 32. Ausstellung zum historischen Instrumentenbau, bei dem die Fans der Alten Musik den Quell ihrer Freuden beim Entstehen zuschauen können. Am 25. Jänner schließlich wird der Sack zugedreht und enden die Resonanzen für heuer.
(S E R V I C E - https://konzerthaus.at/de/resonanzen)
Zusammenfassung
- Das Alte-Musik-Festival Wiener Resonanzen startet am Samstag unter dem Motto 'Les Femmes' und stellt 2024 weibliche Perspektiven und Themen in den Mittelpunkt.
- Das Eröffnungskonzert dirigiert Jordi Savall mit einem rein weiblich besetzten Orchester, das Vivaldis berühmtes Waisenmädchen-Ensemble ehrt.
- Das Festival bietet mit Konzerten wie 'Die Frauenzimmer' am 22. Jänner, dem Essenskonzert 'Damenbart & Hosenrolle' und der Ausstellung zum historischen Instrumentenbau ein vielfältiges Programm, das am 25. Jänner endet.
