APA - Austria Presse Agentur

Daniel Brühl sieht in Rolle Parallelen zu seinem Leben

04. März 2021 · Lesedauer 2 min

Der deutsche Schauspieler Daniel Brühl hat mit "Nebenan" nach einem Drehbuch von Daniel Kehlmann erstmals auch Regie geführt - und setzt sich im Film auch mit dem Leben als Schauspieler und der Verdrängung in alteingesessenen Stadtvierteln auseinander. "Meine Filmfigur hat zwar viel mit mir zu tun, da ist einiges eingeflossen, was sehr persönlich ist", sagte er der "Süddeutschen Zeitung".

Dazu zählten beispielsweise seine Wohnung in einem alten Mietshausviertel, die Superhelden-Filme und die Erlebnisse, die man so haben könne, wenn einen Leute auf der Straße erkennen. Aber natürlich sei das alles stark verzerrt und nicht er selbst. "Das ist eine überhöhte, überzeichnete Figur, die für etwas Bestimmtes stehen sollte."

Im seinem Regiedebüt, das im Wettbewerb der diesjährigen Berlinale läuft, spielt Brühl einen Schauspieler. An der Kneipentheke trifft er einen Nachbarn (Peter Kurth), der nicht nur seine Karriere auseinandernimmt, sondern auch über sein Privatleben zu viel weiß. Der Psychothriller erzählt vom Nebeneinander der Menschen.

Dieses Nebeneinander kennt Brühl auch selbst, wie er in dem Interview sagte. "Ich wohne jetzt seit mehr als 20 Jahren in Berlin am Prenzlauer Berg. Aber wenn ich auf Ost-Berliner treffe, die zum Beispiel in meinem Haus leben, gibt es immer noch diesen Rest von Klemmigkeit. Dabei mögen die mich inzwischen. Glaub ich."

"Als ich damals einzog, haben mir ein paar der Alteingesessenen schon unmissverständlich klargemacht, dass sie das jetzt nicht so gut finden. Und ich hab' mich als Gentrifizierer gefühlt", sagte Brühl ("Good Bye, Lenin!"). Diese Ambivalenz empfinde er als normal, da müsse man sich nicht in die Tasche lügen. "Ich sehe ja, wie es dem einen oder anderen Nachbarn geht. Und wie viele im Laufe der Zeit weggezogen sind. Das bleibt ein wichtiges und ernstes Thema", sagte Brühl.

Quelle: Agenturen