APA - Austria Presse Agentur

Christine Lavant Preis 2021 an Maja Haderlap

21. Sept 2021 · Lesedauer 2 min

Der Christine Lavant Preis 2021 geht an die österreichische Schriftstellerin Maja Haderlap. Das gab die Internationale Christine Lavant Gesellschaft mit Sitz in Wien am Dienstag bekannt. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis für Lyrik und Prosa soll am 3. Oktober im RadioKulturhaus in Wien vergeben werden.

"Das Werk der Autorin Maja Haderlap überzeugt durch poetische Kraft, ausgeprägtes Geschichtsbewusstsein und einen authentischen Erzählton", so Klemens Renoldner, der die Laudatio auf die Preisträgerin halten wird, zur Begründung der Jury. "In vier Gedichtbänden, einem Roman, in Essays, Aufsätzen und Reden umkreist die Autorin Themen wie Grenze, Heimatverlust, Fremdheit und Fremdwerden, erzählt von Sprachverlust und der Suche nach einer neuen Sprache, damit auch von der Vision einer neuen, humanen Ordnung." Im Zentrum stehe dabei ihr Roman "Engel des Vergessens" (2011), der die Geschichte einer slowenisch-kärntnerischen Familie erzählt.

Haderlap wurde 1961 in Eisenkappel / Železna Kapla (Kärnten) geboren. Nach ihrer Promotion arbeitete sie als Dramaturgieassistentin, Programmlektorin und als Lehrbeauftragte am Institut für Vergleichende Literaturwissenschaften der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Als Autorin und Redakteurin gab sie drei Jahre lang die Literaturzeitschrift "Mladje" heraus und arbeitete danach 15 Jahre als Chefdramaturgin am Stadttheater Klagenfurt. Haderlap veröffentlichte auf Slowenisch und Deutsch Gedichte und Essays sowie Übersetzungen aus dem Slowenischen. Zu ihren zahlreichen Auszeichnungen zählen u.a. der Ingeborg-Bachmann-Preis (2011), der Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch (2011), der Rauriser Literaturpreis (2012) und der Österreichische Kunstpreis für Literatur (2019). Eine Bühnenfassung ihres Romans "Engel des Vergessens" wurde 2015 in einer Inszenierung von Georg Schmiedleitner am Akademietheater in Wien uraufgeführt.

Der Christine Lavant Preis wurde 2016 ins Leben gerufen, um an die Dichterin (1915-1973) und ihr Werk zu erinnern, und geht an "Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die in ihrem literarischen Schaffen - so wie auch Christine Lavant - einen hohen ästhetischen Anspruch mit humaner Haltung und gesellschaftskritischem Blick vereinen". Bisherige Preisträger sind u.a. Bodo Hell, Klaus Merz und zuletzt Judith Schalansky. Zum Beirat, der die Preisträger vorschlägt, gehören u.a. Burgtheater-Direktor Martin Kusej, Literaturhaus Wien-Leiter Robert Huec sowie die Schriftstellerin Monika Rinck.

Quelle: Agenturen