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Bundestheater bisher mit 2 Mio. Euro "Nettoschaden"

Juni 24, 2020 · Lesedauer 2 min

Auf rund 2 Mio. Euro beziffert Holding-Chef Christian Kircher im "Kurier" den bisherigen "Nettoschaden" der Bundestheater in der Coronakrise. "Sie sind nicht das Problem, denn wir konnten in den letzten Jahren Rücklagen von 19 Mio. Euro aufbauen. Sorgen macht das nächste Geschäftsjahr. Denn es besteht nach wie vor große Unsicherheit, wie viele Karten wir verkaufen können oder dürfen."

Von der Schließung im März bis Saisonende gäbe es in den Bundestheatern "einen Einnahmenentfall von knapp 19 Millionen Euro durch nichtverkaufte Tickets. Hinzu kommt der Entfall von Mieteinnahmen, weil es z. B. im Sommer kein Jazzfest in der Staatsoper gibt. Der Verlust wird aber deutlich geringer ausfallen - aufgrund der Kompensation durch das AMS für die Kurzarbeit. Sie wird zwischen 12 und 14 Millionen ausmachen. Zudem gibt es Kosteneinsparungen etwa bei der Reinigung und beim Publikumsdienst", rechnet Kircher vor.

Nicht nur Touristen fielen als Besucher im Herbst vermutlich großteils weg, auch könne man "nicht einschätzen, wie das potenzielle Publikum reagieren wird. Die Regierung ringt um eine Liberalisierung, weil man sieht, dass die Menschen eine unglaubliche Sehnsucht nach einer Normalität haben. Man muss nur durch die Kärntner Straße oder am Donaukanal gehen: Das ist gar nicht zu stoppen. Andererseits: Ich war am Wochenende in der Albertina modern und muss sagen, ich habe mich aufgrund der Menschenmassen unwohl gefühlt. Es war tatsächlich ein Ansturm. Und diese subjektive Angst gibt es wahrscheinlich auch bei unserem Publikum."

Auch wirtschaftlich sei der Herbst derzeit schwer kalkulierbar: "Wenn der Meterabstand rundum eingehalten werden muss, können wir nur 25 Prozent des möglichen Umsatzes erzielen. Sollte es zu weiteren Lockerungen kommen, sind bis zu 60 oder 70 Prozent denkbar." Man gehe derzeit von 10 bis 14 Millionen Euro Defizit für die nächste Saison aus. "Eigentlich wollten wir noch zwei Jahre ohne Erhöhung der Basisabgeltung durchkommen. Corona aber wischt alle Reserven mit einem Schlag weg. Denn auch das Sponsoring ist weggebrochen."

Bezüglich von Künstlergagen, die laut ursprünglicher Rechtsansicht aufgrund der "Höhere Gewalt"-Klausel eigentlich nicht ausgezahlt werden dürften, berichtet auch "Der Standard" von einem Angebot, auf das sich der Bund, die Theater und Künstlervertreter geeinigt hätten. Man wolle Klagen vermeiden und habe eine sozial gestaffelte Regelung angeboten. "Wir zahlen maximal 4.296 Euro pro Monat und eine geringe Abendgage", so Kircher im "Kurier". Betroffen seien 150 Gastkünstler von Staats- und Volksoper.

Quelle: Agenturen