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Billie Eilishs Album: Im Diven-Look "Happier Than Ever"

27. Juli 2021 · Lesedauer 3 min

Am Freitag erscheint Billie Eilishs zweites Album "Happier Than Ever". Der Hype unter den Fans ist enorm, mit ihrer Typ-Verwandlung sorgt die 19-Jährige gehörig für Aufregung.

Es geht nicht ums Aussehen, aber eben doch: Vor zwei Jahren erschien Billie Eilishs Debütalbum "When We All Fall Asleep, Where Do We Go?" und machte die damals 17-Jährige aus dem Stand zu einer der heißesten Nummern im Musikbusiness. Seitdem hörten Millionen Fans Hits wie "Bad Guy", fünf Grammys wurden ihr nachgeworfen, die Macher der James-Bond-Filme klopften an und machten den Teenager aus Kalifornien zur jüngsten Interpretin eines Bond-Songs ("No Time To Die") in der jahrzehntelangen Geschichte des Franchise.

Ihr Look hatte bisher den gleichen Wiedererkennungswert wie ihre Stimme. Grün-Schwarz gefärbte Haare und übergroße Klamotten, oft in Neonfarben, waren ihr Markenzeichen, egal ob in Musikvideos oder am Red Carpet. Der Style war nicht unkalkuliert. Sie wolle sich damit vor der Vereinnahmung ihres Körpers durch Medien, das Musik-Business und Fans schützen. Denn allzuoft werden Musikerinnen auf ihr Aussehen reduziert. 

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Grüne Haare und Schlabberlook: Damit wollte Billie Eilish gegen die Vereinnahmung ihres Körpers protestieren. 

Eigene Songs, eigene Meinung

Eilish ist weit entfernt davon, nur ein hübsches Stimmchen ohne viel dahinter zu sein. Ihre Songs schreibt sie mit ihrem älteren Bruder Finneas O'Connell, ihre Texte thematisieren Selbstbestimmung aber auch Schwäche und die Probleme, damit zurechtzukommen.  

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Billie Eilish schreibt ihre Songs gemeinsam mit ihrem Bruder Finneas O'Connell.

Vom Schlabberlook zu Diva im Korsett

Am Freitag erscheint Billies zweites Album "Happier Than Ever". Damit einher geht ein kompletter Wechsel ihres Looks. Die 19-Jährige ließ sich von der "Vogue" im Korsett ablichten, die Haare sind plötzlich blond und erinnern mehr an eine Diva als an ein Punk- oder Skater-Girl. Was auf den ersten Blick unvereinbar mit ihrem Image wirkt, ist voll beabsichtigt. Jeder Streifen Haut, den der Teenager in der Vergangenheit zeigte, sorgte für einen Sturm im Wasserglas. Aber auch das ist eben Vereinnahmung und beschneidet sie in ihrer persönlichen Freiheit. 

Die Veränderung spiegelt sich auch am Cover des neuen Albums wider. Sie wirkt erwachsener, demonstriert aber, dass sie sich weiter nichts vorschreiben lassen will, immerhin sei es ihr Körper, um den es geht. Diesen Eindruck erwecken auch die ersten fünf veröffentlichten Songs, der Rest wird bis zur Veröffentlichung unter Verschluss gehalten. 

"Your Power" besingt einen Mann, der die Unschuld einer Frau ausnutzt. In "My Future" behandelt Eilish das Problem, ihren Platz in der Promiwelt zu finden, ohne sich selbst zu verlieren. "Ich weiß, ich sollte unglücklich sein, so ganz ohne jemanden. Aber bin ich nicht auch jemand?", fragt sie und trifft damit wieder den Nerv ihrer Fangemeinde.

Ihre Hörerschaft erkennt sich in den vielfach interpretierbaren Songs wider. Im Track "NDA" geht es es um "Non-Disclosure Agreements" also Geheimhaltungsvereinbarungen, die Promis ihre Privatsphäre sichern sollen. In Zeiten von Instagram, Twitter und dem blickschnellen Verschicken von Fotos ist das Verlangen nach Privatsphäre beim durchschnittlichen Hörer genauso ausgeprägt. 

Trotz vordergründigem Image-Wechsel bleibt sich Billie Eilish also treu - oder inszeniert sich zumindest so. Die Erwartungen der Fans an die neuen Songs sind enorm, "Happier Than Ever" hat bereits den Rekord als meist ge-pre-addedes Album auf Apple Music gebrochen.  

"Happier Than Ever" erscheint am 30. Juli 2021. 

Marianne LamplQuelle: Agenturen / Redaktion / lam