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Benefizkonzert mit Putin-nahem Dirigenten im Konzerthaus abgesagt

11. Apr. 2022 · Lesedauer 2 min

Das Ukraine-Benefizkonzert im Wiener Konzerthaus mit dem Putin-nahen Dirigenten Teodor Currentzis ist abgesagt worden. Zuvor hatte bereits das Rote Kreuz die Zusammenarbeit wegen Currentzis beendet.

Das Wiener Konzerthaus plante ein Benefizkonzert für die Ukraine, zunächst in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz. Da allerdings Teodor Currentzis als Dirigent fungieren sollte, lehnte das Rote Kreuz eine Zusammenarbeit ab.

Der griechisch-russische Dirigent Currentzis und dessen Orchester werden von einer staatlichen russischen Bank und damit fast direkt von Kremlchef Wladimir Putin finanziert, wie etwa Journalist Axel Brüggemann im PULS 24 Interview nachzeichnete.

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Das Wiener Konzerthaus wollte zunächst an Currentzis als Dirigent festhalten und einen neuen Partner für die Benefizaktion suchen. Am Montag wurde nun aber bekannt, dass das Konzerthaus das Konzert nun doch absagt.

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Die Wiener Konzerthausgesellschaft bedauere die Absage, komme damit aber dem Wunsch des ukrainischen Botschafters in Wien nach, "bei Benefizkonzerten zugunsten der Ukraine von der Involvierung russischer Künstlerinnen und Künstler abzusehen", wie Wassyl Chymynez am Freitag erklärte.

"Das Wiener Konzerthaus darf die politische Dimension des Auftritts eines in St. Petersburg beheimateten Orchesters in der Zeit des durch den Angriffskrieg der Russischen Föderation gegen die Ukraine verursachten unermesslichen Leids nicht ignorieren. Wir verstehen und teilen die Verzweiflung über die Kriegsverbrechen in der Ukraine und verurteilen diese Aggression ohne Einschränkung", so der Intendant des Wiener Konzerthauses, Matthias Naske, am Montag in dem der APA vorliegenden Statement zur nunmehrigen Absage.

Correntzis tritt dennoch noch auf

Currentzis ist abseits des Ukraine-Abends noch heute Abend in seiner Funktion als Leiter der musicAeterna im Konzerthaus zu sehen. Das Benefizkonzert und die anderen Abende mit dem Stardirigenten hatte Naske am Freitag gegenüber der APA verteidigt. "Ich glaube daran, dass Menschen durch Musik verbunden werden können. Aber dass die politischen Dimensionen für alle Beteiligten heikel sind, ist mir klar", so der Konzerthaus-Chef.

Stephan HoferQuelle: Agenturen / Redaktion / hos