APA - Austria Presse Agentur

Belvedere zeigt Elemente-Serie von Johann Jakob Hartmann

08. Feb 2021 · Lesedauer 2 min

Genaues Hinsehen ist gefordert, um den Reiz der Bilder von Johann Jakob Hartmann zu erfassen: Dem böhmischen Barockmaler ist im Oberen Belvedere eine Ausstellung im Rahmen der Reihe "Im Blick" gewidmet. Diesen wusste Hartmann geschickt zu steuern, sind seine Landschaftsbilder doch von dichten Wäldern, detailreichen Figurengruppen und dem Abschweifen in die Ferne geprägt.

Eigentlich schon für Ende Jänner angesetzt, bietet sich durch die nun erfolgte Wiedereröffnung der Museen ab dem morgigen Dienstag die Möglichkeit, unter anderem Hartmanns Werkserie zu den vier Elementen Wasser, Feuer, Erde und Luft zu begutachten. Dadurch rücke man nicht nur "die Ära des böhmischen Barock, sondern auch ein Stück weit die Geschichte unserer Sammlung" in den Fokus, unterstrich Belvedere-Generaldirektorin Stella Rollig bei einem virtuellen Ausstellungsrundgang am Montag.

Hartmann ist der Österreichische Galerie Belvedere schon lange verbunden, kamen die insgesamt sechs von ihm gezeigten Arbeiten doch im späten 18. Jahrhundert in deren Bestand. "Hartmann hat sich eines altmodischen, retardierenden Stils bedient, der sehr gefragt war zu seiner Zeit", erläuterte Kurator Georg Lechner. Allen voran der Einfluss flämischer Meister ist hier zu nennen, mit dem der um 1658 geborene Hartmann den damaligen Publikumsgeschmack traf. Um das zu verdeutlichen, sind unter den insgesamt 20 Arbeiten der Schau auch Werke von Jan Brueghel dem Älteren sowie Adriaen van Stalbemt.

Im Mittelpunkt aber steht die Elemente-Serie von Hartmann: Augenscheinlich allesamt von einem dunklen Wald dominiert, öffnet Hartmann seine Bilder durch eine nach hinten immer lichter werdende Perspektive. Sind es bei der "Erde" verschiedene Geschöpfe und Gewächse, die die thematische Zuordnung ermöglichen, nutzt er etwa beim "Feuer" eine Schmiede und deren Produkte oder lässt im Hintergrund eine Stadt in Flammen aufgehen - Verweise auf die schöpferische wie zerstörerische Kraft dieses Elements.

"Was uns im Haus immer wieder anspornt ist, die Schätze der Sammlung zu heben", sagte Lechner mit Hinweis auf die Bedeutung von Hartmann, aber auch dessen "steinigen Weg im Wien des 20. Jahrhunderts". Erst durch die umfassende Restaurierung einiger der Arbeiten ist die Serie nun wieder vollständig zu sehen. "Wir wollen diesen Künstler, der ein wenig in Vergessenheit geraten ist und hiermit erstmals eine monografische Ausstellung erhält, und seine Werke sprechen lassen." Am kommenden Sonntag ist die Auseinandersetzung mit Hartmann übrigens bei freiem Eintritt möglich, veranstaltet das Belvedere doch anlässlich des Valentinstags einen Aktionstag.

(S E R V I C E - Ausstellungsreihe "Im Blick": "Johann Jakob Hartmann", von 9. Februar bis 29. August im Oberen Belvedere, Prinz Eugen-Straße 27, 1030 Wien, Di-So 10-18 Uhr, Katalog zur Ausstellung, 128 Seiten, erhältlich um 19 Euro; www.belvedere.at)

Quelle: Agenturen