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Ars Electronica heuer vor Ort sehr exklusiv

24. Aug 2020 · Lesedauer 4 min

500 Besucher mit vorher online gekauften Tickets, die für drei Stunden gültig sind - auf diese Formel ist ein Besuch des Ars Electronica Festivals 2020 (9. bis 13. September) in Linz reduziert. Wegen der Corona-Situation muss auf Limitation gesetzt werden, obwohl auch die zuletzt über 100.000 Besuche die heurige Location, den Campus der Johannes Kepler Universität, nicht sprengen würden.

500 Besucher mit vorher online gekauften Tickets, die für drei Stunden gültig sind - auf diese Formel ist ein Besuch des Ars Electronica Festivals 2020 (9. bis 13. September) in Linz reduziert. Wegen der Corona-Situation muss auf Limitation gesetzt werden, obwohl auch die zuletzt über 100.000 Besuche die heurige Location, den Campus der Johannes Kepler Universität, nicht sprengen würden.

Die Verantwortlichen sehen in der Exklusivität einen Weg mit der Pandemie umzugehen. Die Besucherhöchstmarke vom Vorjahr mit 110.000 dürfte heuer wohl stark dezimiert werden. "Wir orientieren uns eher an der unteren Grenze für Besucherzahlen", betont Festivalleiter Martin Honzik gegenüber der APA, man stehe in der Verantwortung der Gäste und der Mitarbeiter. Die Eintrittspreise sollen dank der gebliebenen öffentlichen Fördergelder "auf einem niederschwelligen Niveau" sein. Man müsse lediglich schnell sein - die Tickets werden nach dem Prinzip 'first come, first served' vergeben. "Finanziell trifft es uns extrem, wir wollen aber die Vorwärtsbewegung nicht verlieren", so Honzik.

Die Vorschriften, wie Konzerte derzeit zu veranstalten sind, seien freilich für die Salzburger Festspiele entworfen, nicht für ein Festival mit flanierenden Besuchern. "Also spielen wir den 'Jedermann'", zeigt Honzik Humor und spricht das Programm auf der Freilichtbühne am Campus an. Eine der drei Stunden Verweildauer verbringt der Gast dort, auf einem nummerierten Sitzplatz und mit einem Auszug aus dem Festival wie Diskussionen und Performances. Für die Symposien wird es extra Karten geben, 100 der 500 Tickets sind dafür reserviert. Weitere 100 Eintritte sind für Führungen gedacht, zu Gruppen von zehn Personen und zu bestimmten Themen.

Zwei Stunden kann sich der Besucher frei am Gelände bewegen - in den Gebäuden freilich mit Mund-Nasen-Schutz und in einem Einbahn-System - und anschauen, wozu er Lust hat: Das Create-Your-World-Programm, die Starts- und LIT-Projekte und andere Kooperationen erkunden, sich von Künstlern - rund 50 werden anwesend sein - ihre Werke erklären lassen. "Diese Form der Freiheit war uns wichtig", erklärt Honzik. Damit wird etwas von dem Festival-Charakter aufrechterhalten. Zusammen mit den Behörden und deren konstruktivem Zugang sei das gelungen.

Auf dem Areal werden die Gäste geleitet durch mit farbigen Pixels bespielte IBC (Intermediate Bulk Container), Leihgaben, in denen normalerweise Flüssiges gelagert wird. Rund 40 Ordner und auch alle Infotrainer weisen die Menschen auf die nötigen Vorschriften hin. Drei Coronabeauftragte haben ein Auge auf das Ganze.

So dürfen immer 500 Personen auf das Areal, aufgeteilt auf drei Eingänge - links und rechts der Keplerhall sowie bei den Science Parks -, wo Fieber gemessen wird. Je einen Slot gibt es Freitag - zuzüglich der Soiree mit Gala und Großer Konzertnacht - und Sonntag, drei am Samstag. Das Ticket mit den persönlichen Daten bezeichnete Honzik als "Beleg für einen gegenseitigen Kompromiss". Die Daten würden im Bedarfsfall, also, wenn ein Besucher aus dem gleichen Slot an Covid-19 erkrankt, den Behörden für das Rückverfolgen der Kontakte zur Verfügung gestellt. Sie sollen nicht länger als notwendig aufgehoben werden. Zudem wird an der Möglichkeit gearbeitet, am Festival einen Test zu machen.

Die Ausstellungen in der Innenstadt sind - ebenfalls mit einem Corona-Konzept wie maximal 500 Besuchern und Einbahnsystemen - bereits ab Donnerstag geöffnet. Auch für sie wird es nur Online-Tickets geben. Die Ars Electronica will das Festival vor Ort trotz der widrigen Umstände durchführen, "weil wir uns dort sehen, wo große Veränderungen in der Gesellschaft stattfinden, und das ist in schlechten Zeiten wichtiger als in guten", betonte der Leiter, wohlwissend, dass eine Verschärfung der Corona-Situation alles kippen kann. Dann bleiben den Besuchern die 120 Kepler's Gardens rund um die Welt - und auch das Erlebnis in Linz wird virtuell.

In den Weiten des Internets ist die Ars Electronica gut aufgestellt. Reisetipps zum Erkunden der 120 teilnehmenden Orte rund um die Welt vermitteln, dass heuer nicht alles in Linz passiert und in jedem Land ein kleines Festival stattfindet, das man online besuchen kann. "Stay home - stay safe" wird auf der Homepage geraten, wiewohl man sich über leibhaftige Gäste freue.

Quelle: Agenturen