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Anthony Kiedis von den Red Hot Chili Peppers wird 60

01. Nov. 2022 · Lesedauer 4 min

Anthony Kiedis feiert am Dienstag seinen 60. Geburtstag. Der Frontmann der Red Hot Chili Peppers wurde am 1. November 1962 in Grand Rapids im US-Staat Michigan geboren. Seinen Lebensunterhalt verdient er als Texter und Sänger der bekannten kalifornischen Funk-Rock bzw. Crossover-Band, die er anno 1983 mit Michael Balzary (genannt "Flea"), Hillel Slovak und Jack Irons gründete. Gelegentlich ist er auch als Schauspieler in kleineren Filmrollen zu sehen.

Einen Namen hat sich der Musiker nicht nur mit Hits wie "Under The Bridge" und "Californication" gemacht, sondern auch mit Drogenexzessen und Frauengeschichten. Aufgewachsen ist er als Sohn des Schauspielers John Kiedis (Künstlername Blackie Dammett, Film "Lethal Weapon") und Margaret "Peggy" Idema. Sein Taufpate war Sonny Bono, dessen Ex-Frau Cher fungierte gelegentlich als Babysitterin des kleinen Anthony. Mit ihr soll er später eine Affäre gehabt haben, ebenso mit Heidi Klum und Nina Hagen.

Seine Eltern ließen sich 1966 scheiden. Bis zu seinem elften Lebensjahr lebte der spätere "Chili Pepper" mit seiner Mutter in Grand Rapids in der Nähe des Lake Michigan, bevor er dauerhaft zu seinem Vater nach Los Angeles zog. Nach dem Besuch der Emerson Junior High School kam es auf der Fairfax High zur musikalisch schicksalhaften ersten Begegnung mit Michael "Flea" Balzary. Die beiden wurden rasch zu guten Freunden. Hillel Slovak kam wenig später ebenfalls über die High School hinzu, und innerhalb kurzer Zeit wurden Kiedis, Flea und Hillel ein unzertrennliches Trio. Gemeinsam mit Jack Irons gründeten sie dann 1983 für einen Auftritt die "Tony Flow & The Miraculously Majestic Masters of Mayhem", die dann zu den Red Hot Chili Peppers wurden.

Aufgrund seiner späteren Heroinsucht wurde Kiedis kurzzeitig von seinen Freunden Flea und Slovak aus der gemeinsamen Band ausgeschlossen. Nach einem Entzug und einem Gespräch mit Flea wurde er wieder aufgenommen. Nachdem Slovak 1988 an einer Überdosis Heroin verstorben war, beschloss Kiedis, mit dem Drogenkonsum aufzuhören. 1995 wurde er zwar rückfällig, gilt jedoch seit dem Jahr 2000 als clean.

Mit den Peppers, die im vergangenen Frühjahr mit dem 2.717. Stern auf dem Hollywood Walk of Fame geehrt wurden, mischte Kiedies in den 1980ern das konservative Amerika unter Präsident Ronald Reagan musikalisch auf. Mit einem wilden Mix aus Funk und Punk, Rock und Rap, Jazz und Heavy Metal sorgten sie für in dieser Form nicht gekannte Klänge - die anfangs nur bei Freaks gut ankamen.

Doch im Zuge eines allgemeinen gesellschaftlichen Wandels änderte sich auch die Rockmusik - beziehungsweise wurden vormals nur bei Außenseitern oder absoluten Insidern beliebte Tunes plötzlich massentauglich. Neben Grunge boomte auch der sogenannte Alternative Rock. Und irgendwo zwischen diesen Schienen wurden auch die Chili Peppers populär. Schon ihr Album "Mother's Milk" (1989) war einigermaßen erfolgreich, mit dem 1991 erschienenen "Blood Sugar Sex Magik" startete man dann so richtig durch. Von diesem Longplayer wurde das traurig-besinnliche "Under The Bridge" ebenso ein Welthit wie "Suck My Kiss" und "Give It Away". Ein ähnliches Hitfeuerwerk gelang acht Jahre später mit "Californication".

Zuletzt hat offenbar der Ende 2019 erfolgte - zweite - Wiedereinstieg des Gitarristen John Frusciante die Kreativität der "Peppers" befeuert. Als die Band im März dieses Jahres ihr zwölftes Studioalbum "Unlimited Love" mit 17 Tracks veröffentlichte, kündigte Kiedis bereits mehr neue Musik "in näherer Zukunft" an. Ein gutes halbes Jahr und eine große Welttournee später erschien im Oktober "Return Of The Dream Canteen" mit weiteren 17 Songs.

"Wir waren auf der Suche nach uns selbst als die Band, die wir eigentlich immer waren", sagte Kiedis laut Promo-Text zum Album. Während "Unlimited Love" viele melancholische und atmosphärische Stücke enthielt, beginnt der neue Longplayer zunächst etwas rockiger und nicht weniger funky. Gleich der erste Track klingt unverkennbar nach den Chili Peppers und weckt Erinnerungen an ihren großen Hit "Give It Away". Kiedis wechselt auf "Tippa My Tongue" zwischen Sprechpassagen und seinem harmonischen Gesang, der über die Jahre einige der erfolgreichsten Songs dieser Band prägte.

Quelle: Agenturen