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Heard chancenlos? Den Depp-Prozess fechten Millionen online aus

02. Mai 2022 · Lesedauer 3 min

Der Prozess von Amber Heard gegen Johnny Depp wird live in alle Welt übertragen. Noch bevor das Urteil fällt, steht in Milliarden Postings für Johnny Depp für dessen Fans fest, wer die Schuldige ist.

Bereits vor Sonnenaufgang bildet sich jeden Montag bis Donnerstag in Fairfax, Virginia, eine lange Schlange. Größtenteils Fans von Johnny Depp stellen sich an, um einen Platz im Gerichtssaal des Fairfax County Courthouse zu ergattern. So nah wie beim momentan stattfindenden Verleumdungs-Prozesses zwischen Depp (58) und seiner Ex-Frau Amber Heard (36) (er verklagt sie auf 50 Millionen Dollar, sie im Gegenzug ihn auf 100 Millionen), können die Fans ihrem Idol sonst kaum kommen. Angereist die die Hardcore-Fans laut Medienberichten sogar aus Australien, um dabei sein zu können. 

Live vor ihren Augen beschuldigen sich die einstigen Eheleute gegenseitig der häuslichen Gewalt bzw. übler Nachrede. Themen, die per Livestream auf Verlangen von Depps Anwälten auch in die ganze Welt übertragen werden, sind unter anderem, ob Depps Bodyguard dessen Penis sah, da dem Star vorgeworfen wird, im Foyer seines Hauses in Australien 2015 uriniert zu habe oder dass eine Psychologin im Auftrag von Depp bei Amber Heard gleich zwei Persönlichkeitsstörungen diagnostizierte. 

PULS 24 überträgt den Livestream zum Prozess. Die Verhandlung finden von Montag bis Donnerstag ab 16 Uhr statt:

Stars reisen von Australien an ...

Vor dem Gerichtsgebäude sammeln sich täglich Fans, um ihren Star zu unterstützen. Online potenziert sich die Fan-Community mit Interesse am Prozess um ein Vielfaches. Auf Social Media zögert niemand, seine Meinung zu sagen, Vorverurteilungen ziehen mit Heard millionenfach hart ins Gericht. Viele Clips direkt aus dem Gerichtssaal werden viral.  Der Clip "Amber Heard schon wieder beim Lügen erwischt" von TikToker Ethan Trace (2,8 Millionen Follower) zum Beispiel wurde seit 23. April 18 Millionen Mal geclickt. Trace erklärt darin, dass die Schminke, die Heards Anwalt hochhielt, um zu verdeutlichen, dass sie nach einem tätlichen Angriff durch Depp ihre blauen Flecken überschminken musste, zum Zeitpunkt des angeblichen Vorfalls noch nicht einmal auf dem Markt war, wie die "New York Times" berichtet. 

... Milliarden Postings für Depp

Gawker rechnete laut "NY Times" vor, dass der Hashtag #justiceforjohnnydepp bei Prozessstart am 13. April 1,1 Milliarden Views hatte. Zwei Wochen später hatte sich die Anzahl bereits vervierfacht, der Prozess ist für sechs angesetzt. Im Vergleich dazu hatte #justiceforamberheard per vergangenem Freitag 22 Millionen Clicks. 

Neues PR-Team für Heard

Die Fanbase von Depp ist enorm, der Backlash für Amber Heard dementsprechend brutal. Laut "New York Post" feuerte die Schauspielerin bevor sie diese Woche - vielleicht sogar schon am Dienstag - selbst vor Gericht aussagen soll, noch ihr PR-Team. Ein Insider sagte, Heard sei "frustriert, weil ihre Geschichte nicht effektiv erzählt wird". An der Fanbase von Depp und deren Voreingenommenheit wird aber auch das neue Team nichts ändern können. 

Wer den Prozess gewinnt, wird die Jury entscheiden. Die Entscheidung, ob sich Amber Heards Ruf jemals erholen wird, egal wie das Urteil lautet, könnte schon längst gefallen sein. 

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam