Schöne neue Arbeitswelt: 4GAMECHANGERS STUDIO diskutiert über Jobs der Zukunft

30. Apr 2021 · Lesedauer 5 min

Die Arbeitswelt befindet sich stark im Wandel, nicht nur, aber auch durch die Corona-Pandemie. Am vierten Tag es 4GAMECHANGERS STUDIO diskutierten hochkarätigen Gäste über Jobs im Wandel und die Chancen, die sich dadurch eröffnen.

Am vierten Tag des 4GAMECHANGERS-Studio drehte sich alles um Jobs in der "schönen neuen Arbeitswelt", in der wir leben. 

Arbeitsminister Martin Kocher warf zum Auftakt in seiner Keynote einen positiven Blick in die nähere Zukunft: "Die Lage am Arbeitsmarkt ist durch die Corona-Krise angespannt, sie wird sich aber durch die kommenden Öffnungsschritte und vor allem durch den Fortschritt bei der Corona-Schutzimpfung verbessern. Die Impfung ist der Weg aus der Gesundheitskrise und auch aus der Arbeitsmarktkrise! Im Laufe des Sommers werden wir eine Arbeitslosigkeit wie im Jahr 2016 haben und damit eine Entspannung spüren."

Keynote: Martin Kocher

Der Arbeitsminister diskutierte dann auch beim ersten Panel in illustrer Runde zum Thema "Schöne neue Arbeitswelt - Vom Wandel aus Zwang zur Zukunftschance" mit Sandra Bascha (NEW WORK SE), Michael Bartz (Industriemanager), Mahdis Gharaei (the female factor) und Sabine Bothe (Magenta) sowie Florian Graßmück (UNIQA). 

Es wird uns vielfach ein goldenes Zeitalter für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer versprochen. Das Pandemiejahr hat – so heißt es – viele Entwicklungen beschleunigt und uns in die neue Arbeitswelt geschubst. Stichworte: Digitalisierung, Arbeit von überall aus, Vertrauen statt Kontrolle, neue Führung, Sinnstiftung, Arbeitsgesundheit mit neuem Stellenwert. Kocher sagt dazu: "Die Corona-Krise wirkt sich auf den Arbeitsmarkt und auf unser Arbeitsleben aus, sie birgt aber auch Chancen: Wir wissen, dass wir im letzten Jahr ein Sprung in der Digitalisierung von 10 Jahren gemacht haben." 

Die Pandemie habe unsere Arbeitswelt stark verändert, ergänzte Sandra Bascha, Leitung der Kommunikation in Österreich bei NEW WORK SE.  "Erstens ist das Büro nun dort, wo wir sind und bietet Flexibilität. Zweitens hat sich die Haltung von Unternehmen zum Homeoffice stark verbessert. Drittens sehen wir aber auch, dass es auch neue Arbeitskonzepte braucht, da Menschen sich im Job verwirklichen möchten."

Michael Bartz, Professor IMC FH Krems: "Wir haben durch die neuen Arbeitsbedingungen viel an digitaler Kompetenz gewonnen, sowohl Arbeitnehmer:innen als auch Arbeitgeber:innen. Diese Kompetenzen müssen wir nun weiter ausbauen und nutzen!" Sabine Bothe, CHRO bei Magenta vertritt den Standpunkt, dass es eine gute Mischung zwischen Home-Office und Büro brauche: "wir sehen vor allem in der Flexibilität eine große Chance."

Schöne neue Arbeitswelt - Vom Wandel aus Zwang zur Zukunftschance

Beim Fireside Chat hob Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck die Lehrlinge in Österreich besonders hervor: "Die Lehre ist ein Erfolgsmodell in Österreich. Die Chancen für Lehrlinge sind sehr gut und die Lehrausbildung ist der Grundstein für Karrieren. Die Lehre an sich ist eine der besten Grundausbildungen, die wir in Österreich haben. Mein großes Danke gilt allen Lehrlingen, die während der Corona-Krise durchhalten."

Fireside Chat: Margarete Schramböck

Anita Widmann, Head of Human Resources bei Austria Sanofi, sprach über Frauen in der Pharmabranche und New Work Modelle bei Sanofi.

Die Pandemie hat systemkritische Arbeitskräfte, auf die wir einfach nicht verzichten können, ins Rampenlicht gestellt: Ausgebildete Pfleger und Krankenschwestern, Zusteller, Lehrer und mehr. Dennoch gehören diese zu den am wenigsten anerkannten und am schlechtesten bezahlten Berufen. Warum ist das so und was sollten wir dagegen tun? Darüber diskutierten im Panel "Ehre wem Ehre gebührt - Von der fehlenden Balance zwischen Systemrelevanz und Anerkennung" u.a. Markus Golla (DonauUni Krems), Susanne Wiesinger (Autorin) sowie Cordula Menschhorn (Österreichische Post AG). 

Markus Golla von der DonauUni Krems attestierte dem System im Gesundheitswesen,  in die Jahre gekommen zu sein: "Geld ist nicht alles, wir haben eine große Schieflage im System. Österreich hat sich angepasst, aber das System lässt das nicht zu." Autorin Susanne Wiesinger wünscht sich "mehr Personal, mehr Lehrpersonal und mehr Unterstützungspersonal. Wir haben eine große Abwanderung. Und wir wünschen uns das, was man uns immer versprochen hat: mehr Autonomie."

Ehre wem Ehre gebührt - Von der fehlenden Balance zwischen Systemrelevanz und Anerkennung

Innovation Talk: Anita Widmann

Die Pandemie hat viele Branchen hart getroffen. Der Kunst- und Kulturbranche sowie der Gastronomie und dem Tourismus wurde während der Krise ein "Arbeitsverbot" erteilt. Jedoch machen gerade diese Branchen einen großen und wichtigen Wirtschaftsfaktor aus. Sie zählen nicht zu den systemkritischen Bereichen eines Staates, sind aber für die Gesellschaft und dessen Wohlbefinden mehr als relevant. Viele Beschäftigte bilden sich weiter bzw. komplett um. Werden sie nach der Krise in diese Branchen zurückkehren oder wird es zu einem Mangel an Kellnern, Köchen und. Co. kommen? Was können wir tun, damit diese Branchen keinen Qualitätsverlust erleiden? Wie die "Rückkehr aus der Krise" möglich ist, thematisierten Matthias Winkler (Hotel Sacher), Ewald Tatar (Veranstalter) sowie Julya Rabinowich (Autorin). 

Sacher-Chef Matthias Winkler: "Bei uns wird die große Herausforderung die Sicherheit sein. Die erste Frage ist immer, wenn Gäste aus dem Ausland anrufen: 'Sind die Mitarbeiter getestet oder geimpft?'. Aber auch, 'Wie sieht es mit dem Rest der Infrastruktur aus?'" Ihm gehe es auch darum, seinen Mitarbeitern wieder Freude am arbeiten zu vermitteln.  Nova-Rock-Veranstalter Ewald Tatar ist nicht optimistisch. "Ich denke auch, dass im Jahr 2021 bei uns nicht viel passieren wird." Seine Firma sei unter den ersten gewesen, die geschlossen haben. 

Rückkehr aus der Krise - Von der Wichtigkeit gesellschaftsrelevanter Jobs

Christine Antlanger-Winter, Country Director bei Google Austria erzählt über die Google Zukunftswerkstatt, die kostenlose Trainings anbietet um digitalen Skills aufzubauen - auch unter Frauen, die sonst oft übersehen werden in der Digitalisierung. "Die Verbesserung der digitalen Kompetenzen wird entscheidend sein, wie wir aus der Krise kommen. Google hat deshalb die Partner-Initiative “Zukunftswerkstatt” gestartet, mit vielen kostenlosen Angeboten. Jetzt ist auch das 4Gamechangers Festival dabei. Der Gamechanger für die Zukunft sind digitale Skills und diese schaffen wir nur mit der Power of Cooperation."

 

 

5 Minutes of Innovation: Christine Antlanger-Winte

Google Country Director Christine Antlanger-Winter erzählt uns über die Google Zukunftswerkstatt, die kostenlose Trainings anbietet um digitale Skills aufzubauen, auch unter Frauen, die sonst oft übersehen werden in der Digitalisierung. Digital Skills versichern die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft und das Upskilling von Österreich ist ein Großprojekt, das ein starkes Netzwerk an Partnern braucht - auch das 4GAMECHANGERS Festival macht mit!

Live-Act: palffi "One by One"

Quelle: Redaktion / lam