APA - Austria Presse Agentur

Nach Wiederwahl Dudas: Polnischer Präsident fällt auf russische Prankster herein

15. Juli 2020 · Lesedauer 2 min

Die Authentizität eines auf YouTube veröffentlichten Spaßanrufes bei Polens Staatspräsident Duda wurde vom Präsidentenpalast bestätigt. Nun wird untersucht, ob russische Geheimdienste involviert sind.

Am 14. Juli wurde auf YouTube ein Video des russischen Komikerduos Vladimir Kuznetsov und Alexey Stolyarov, die unter den Künstlernamen Vovan and Lexus bekannt sind, ein Telefonanruf bei Polens kürzlich wiedergewählten Präsidenten Andrzej Duda veröffentlicht. Einer der beiden gab sich als UN-Genralsekretär António Guterres aus und gratulierte dem 48-Jährigen zum Wahlerfolg. 

Themen waren neben dem popularisierendem Wahlkampfthema LGBT, das Coronavirus ("Die Lage ist unter Kontrolle"), die Abrisse von sowjetischen Denkmälern und das Verhältnis zu Donald Tusk, dem ehemaligen Ministerpräsidenten Polens und ehemaligen Präsidenten des Europäischen Rates, der ein entschiedener Gegner des Präsidenten und seiner Partei PiS (Recht und Gerechtigkeit) ist.  

Der Prankster gab vor mit Tusk gesprochen zu haben, dieser würde Duda vorwerfen, nicht heteronormative Personen zu diskriminieren. Duda antwortete, dass er jedem Menschen mit Respekt begegnet und Tusk ihn "einfach nicht mag". Der widersprach auf Twitter und konnte sich einen Seitenhieb auf die Offenheit des Staatsoberhauptes nicht verkneifen. 

Auf die Ukraine angesprochen, verneinte Polens Präsident, dass es Bestrebungen gibt, nach dem Zweiten Weltkriege verlorenes polnisches Territorium in der heutigen Ukraine zurückzufordern. "Lemberg, das ist die Ukraine", teilte er dem vermeintlichen UN-Generalsekretär mit. 

Der Radiosender RMF FM berichtet, das Präsidentenbüro habe die Authentizität der Aufnahme bestätigt und werde bald eine Erklärung dazu abgeben. Derweil laufen die Ermittlungen auf Hochtouren, wie der Anruf zu Duda durchdringen konnte. Laut eigener Aussage befand er sich gerade in Zentralpolen. Die für den Anruf benutzte Nummer war posititiv durch das Außenministerium verifiziert, teilte der Radiojournalist Krzysztof Berenda mit. 

Mit dem litauischen Präsidenten Gitanas Nauseda nahm Duda heute an einer Gedenkveranstaltung zum 610. Jahrestag der Schlacht bei Tannenberg teil. 1410 erlitt das Heer des Deutschen Ordens eine entschiedenen Niederlage gegen eine gemeinsame Streitmacht des Königreichs Polen sowie des Großfürstentums Litauen. Danach nahm er auf Twitter Stellung und merkte an, dass er skeptisch bei der Aussprache des Wodkas Żubrówka geworden sei: "Das wusste ich, etwas stimmt da nicht." 

Radoslaw ZakQuelle: Redaktion / zak