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Facebook gab Infos weiter: Mutter und Tochter (17) wegen Abtreibung vor US-Gericht

10. Aug. 2022 · Lesedauer 2 min

Eine 17-Jährige soll in Nebraska in der 28. Schwangerschaftswoche medikamentös abgetrieben haben. Facebook übergab die privaten Messages zwischen ihr und ihrer Mutter der Polizei. Die Behörden veranlassten daraufhin Hausdurchsuchungen, im Oktober müssen sich das Mädchen und ihre Mutter vor Gericht verantworten. Bei Datenschützern schrillen die Alarmglocken.

Aktivisten und Datenschutzexperten sind alarmiert über den Fall einer 17-Jährigen aus dem US-Bundesstaat Nebraska. Die Sorge besteht, dass digitale Kommunikation, Standortdaten, Informationen von Perioden-Tracking Apps oder andere private Daten benützt werden könnten, um Abtreibung zu kriminalisieren, wie der Vice-Ableger "Motherboard" schreibt. 

Der Fall in Nebraska zeigt, dass Facebook gewillt ist, Gerichtsbeschlüssen in Bundesstaaten nachzukommen, die Abtreibung illegal machen. Der Konzern kündigte Ende Juni an, Profile von Personen zu sperren, die sich bereit zeigen, Abtreibungsmedikamente per Post an Personen in Staaten zu verschicken, in denen Abtreibung gesetzlich eingeschränkt wurde oder illegal ist.

Meta: Abtreibung von Gericht nicht erwähnt

Facebook-Mutterkonzern Meta rechtfertigte sich in einer Stellungnahme, dass im Gerichtsbeschluss keine Abtreibung erwähnt worden sei. Es sei nur auf Ermittlungen bezüglich einer Totgeburt hingewiesen worden, die verbrannt und begraben worden sei. 

Der 17-Jährigen und ihrer Mutter werden mehrere Straftaten vorgeworfen. Sie sollen Abtreibungsmedikamente gekauft haben und die Abtreibung nachher der Polizei gegenüber als Totgeburt angegeben haben. Abtreibung ist in Nebraska nur bis zur 20. Schwangerschaftswoche erlaubt. Diese Frist habe die Schwangere um acht Wochen überschritten. Den Fötus vergruben die beiden mit Hilfe eines 22-Jährigen, der sich ebenfalls vor Gericht verantworten muss.

Fötus vergraben: Ersticken steht im Raum

Obwohl eine Autopsie eine Totgeburt bestätigt und die Lungen des Fötus nie gearbeitet haben sollen, lässt der Autopsiebericht offen, ob der Fötus, weil er in einem Plastiksackerl aufgefunden wurde, dort erstickt sein könnte. 

Der 17-Jährigen werden Abtreibung ohne eine Arzt, Abtreibung nach der 20. Schwangerschaftswoche und Verbergen eines toten menschlichen Körpers vorgeworfen. Ihre Mutter muss sich vor Gericht für Verbergen eines toten menschlichen Körpers, Verheimlichen eines Todesfalls und Falschaussage verantworten. 

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam