APA - Austria Presse Agentur

Zahlreiche Verkehrsunfälle in der Nacht vor Weihnachten

24. Dez 2021 · Lesedauer 8 min

Blitzeis und Regen sorgten für zahlreiche Verkehrsunfälle auf Österreichs Straßen. Ein Tunnel musste gesperrt werden. In Linz versank ein Auto in der Donau - die Fahrerin und ihr Hund wurden gerettet.

Blitzeis - plötzlich gefrierender Regen - hat in der Nacht auf Freitag auf Salzburgs Straßen für eine Reihe von Verkehrsunfällen gesorgt. Im Pinzgau schlittere ein Autolenker aus den Niederlanden gegen einen Reisebus, im Pongau musste die Tauernautobahn (A10) zwischen Tauerntunnel und Reittunnel von 0.00 Uhr bis 2.15 Uhr überhaupt in beide Fahrtrichtungen gesperrt werden. Die Autobahn konnte erst durch massiven Einsatz von Streusalz vom Eis befreit werden.

Kollision mit Reisebus

Im Gemeindegebiet von Saalfelden (Pinzgau) hat gegen Mitternacht ein 47-jähriger Holländer auf der spiegelglatten Fahrbahn die Kontrolle über sein Auto verloren. Er schlitterte quer auf die Gegenfahrbahn und kollidierte mit einem entgegenkommenden Reisebus. Durch den Zusammenprall wurde der Wagen des Holländers in den Straßengraben geschleudert, der Reisebus kam auf seinem Fahrstreifen zum Stillstand. Im Bus wurde keiner der 27 Insassen verletzt.

Allerdings wurde der Sohn des Niederländers für weitere Untersuchungen ins Krankenhaus Zell am See gebracht. Zeitgleich musste wegen des Unfalls ein nachfolgender Lkw auf der Straße stehenbleiben. Dabei kollidierte eine Autolenkerin aus dem Pinzgau mit dem Schwerfahrzeug. Auch sie wurde ins Spital nach Zell am See transportiert.

Plötzliche Vereisung

Zwei Verletzte meldete die Polizei auch bei einem Verkehrsunfall wegen der plötzlicher Fahrbahnvereisung im Pongau. Bei zehn weiteren Verkehrsunfällen sei es hingegen bloß zu Sachschaden gekommen. Auf der Pinzgauer Straße (B311) kam ein Sattelschlepper ins Schleudern, touchierte die Leitschiene und kam dann quer zur Fahrbahn zum Stillstand. Im Zuge der Bergungs-, Abschlepp-, Reinigung- und Streuarbeiten war die Bundesstraße von 23.45 Uhr bis 3.00 Uhr für den gesamten Verkehr gesperrt.

Linz: Auto versank in Donau

Eine 74-jährige Frau und ihr Hund sind am Donnerstagabend von Polizisten in der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz aus einem in der Donau treibenden Auto gerettet worden. Rund eine Minute nachdem die beiden aus dem bereits halb versunkenen Fahrzeug geborgen worden waren, versank der Pkw in den Fluten. Der Wagen war kurz vor 21.30 Uhr beim Brückenkopf Nord in die Donau gestürzt, wie die Polizei am Heiligen Abend mitteilte.

Zwei der insgesamt 14 am Einsatz beteiligten Polizisten legten ihre Ausrüstung ab und schwammen zu dem Wagen. Sie versuchten die Türen zu öffnen, was ihnen jedoch nicht gelang. Zudem rissen die Türgriffe des Fahrzeugs ab. Danach sprangen weitere Beamte ins Wasser, von denen einer Kontakt mit der 74-Jährigen aufnahm. Der Frau gelang es, das Autofenster circa einen Zentimeter zu öffnen. Danach griffen Beamte in den Spalt und drückten die Scheibe komplett hinunter.

Danach wurden die 74-Jährige und ihr Hund aus dem Seitenfenster des Wagens geborgen und von den Polizisten schwimmend ans Ufer gebracht. Anschließend wurde die Frau ins Kepler Uniklinikum Linz eingeliefert. Am Rettungseinsatz waren insgesamt acht Polizisten aktiv im Wasser und sechs weitere unterstützend beteiligt.

Steiermark: Mann starb bei Aufprall

Ein Mann aus dem Bezirk Südoststeiermark ist in der Nacht auf Freitag, dem Heiliger Abend, bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen, wie die Landespolizeidirektion mitteilte. Der 60-Jährige war mit seinem Pkw bei Kirchberg an der Raab ins Schleudern geraten und gegen ein Brückengeländer geprallt. Er erlag noch am Unfallort seinen schweren Verletzungen.

Der Steirer war mit seinem Auto gegen 0.45 Uhr auf der L246 von Kirchberg an der Raab in Richtung Hof gefahren. Kurz vor dem Ortsgebiet Hof kam er mit dem rechten Vorderrad auf das rechte Straßenbankett, der Wagen begann zu schleudern und krachte gegen das Geländer. Durch den wuchtigen Aufprall wurde das Fahrzeug schwer beschädigt. Für den Lenker kam jede Hilfe zu spät.

Bei einem Unfall und zwei Auffahrunfällen auf der oststeirischen Südautobahn (A2) sind in der Früh des Heiligen Abend vier Menschen verletzt worden. Ein betrunkener Autofahrer (28) war gegen die Leitschiene geprallt, eine Pkw-Lenkerin (40) fuhr ihm auf. Beide wurden verletzt. Inzwischen hatte ein Pole seinen Lkw-Zug abgestellt und wollte helfen, ein nachkommender Pkw-Lenker (35) krachte in den am Pannenstreifen stehenden Laster. Er und seine Beifahrerin wurden verletzt. Alle Verletzten wurden vom Roten Kreuz ins LKH Hartberg gebracht. Dem 28-Jährigen aus dem Bezirk Hartberg-Fürstenfeld wurde beim Test eine starke Alkoholisierung nachgewiesen, der Führerschein wurde ihm sofort abgenommen.

Überschlag bei Wiener Stadtgrenze

Bei einem Überschlag an der Außenring Schnellstraße (S 1) nahe der Wiener Stadtgrenze ist am Donnerstagabend eine Frau aus ihrem Pkw geschleudert worden. Die 32-Jährige aus dem Bezirk Baden war nach Angaben der Landespolizeidirektion Niederösterreich mit dem Auto bei der Ausfahrt Leopoldsdorf (Bezirk Bruck a.d. Leitha) von der Fahrbahn abgekommen. Der Wagen landete im Entwässerungsgraben. Ein Notarzthubschrauber flog die verletzte Niederösterreicherin ins Landesklinikum Baden. Die Berufsfeuerwehr Wien barg das Auto.

Zahlreiche Unfälle in Tirol

Bei mehreren schweren Gegenverkehrsunfällen sind in Tirol am Donnerstag und Freitag früh fünf Personen verletzt worden. In zwei Fällen waren die Unfallverursacher - ein 32-jähriger bzw. ein 21-jähriger Mann - alkoholisiert, informierte die Polizei. Der 32-Jährige versuchte die Unfallstelle zu verlassen, wirkte nicht an der Unfallaufnahme mit und wurde aufgrund seines Erregungszustandes und der einhergehenden akuten Eigen- und Selbstgefährdung kurzzeitig festgenommen.

Der Mann war zuvor kurz nach 2.00 Uhr auf der Lechtalstraße (B198) in Richtung Reutte unterwegs gewesen. Im Ortsgebiet von Häselgehr (Bez. Reutte) geriet er auf die Gegenfahrbahn und krachte gegen den entgegenkommenden Pkw einer 34-jährigen Lenkerin und eines 37-Jährigen auf dem Beifahrersitz. Während der 32-Jährige unverletzt blieb, erlitten beide Insassen des zweiten Wagens Blessuren. Sie wurden ins Krankenhaus Reutte gebracht. An den Fahrzeugen entstand Totalschaden.

Im Gemeindegebiet von Ebbs (Bez. Kufstein) geriet der 21-Jährige bei einem Überholmanöver auf der Wildbichler Straße (B175) am Donnerstag kurz nach 19.00 Uhr auf das linksseitige Fahrbahnbankett und rammte einen Leitpflock samt Schneestange sowie ein Straßenschild. Als er den Pkw zurück auf die Fahrbahn lenkte, kollidierte er frontal mit dem Pkw einer 32-Jährigen. Beide wurden mit Verletzungen ins Krankenhaus Kufstein eingeliefert.

Bereits am Donnerstagnachmittag stießen in Osttirol - im Gemeindegebiet Hopfgarten im Defereggental - in der sogenannten Erlachgalerie auf der Defereggentalstraße (L25) zwei Pkw frontal zusammen. Ein 70-jähriger Lenker geriet in einer Linkskurve ins Schleudern, es kam zur Kollision mit dem Auto einer 66-Jährigen. Dabei wurde die Frau verletzt, sie wurde stationär im Krankenhaus Lienz aufgenommen.

Eisglatte Straßen auch in Oberösterreich

Eisglatte Straßen nach plötzlich gefrierendem Regen haben am Donnerstagabend und in der Nacht auf Freitag auch in Oberösterreich für eine Reihe von Verkehrsunfällen gesorgt. Auf der Innkreisautobahn (A8) wurde ein Ehepaar aus Deutschland nach einer Kollision mit einem auf der Fahrbahn stehenden Auto schwer verletzt, auf der Pyhrnautobahn (A9) prallten mehrere Fahrzeuge in ein Stauende und im Bezirk Schärding drohte ein Pkw nach einem Unfall in die Donau abzurutschen.

Zunächst war laut Polizeibericht gegen 20.30 Uhr eine 33-jährige Frau auf der Innkreisautobahn bei Aistersheim (Bezirk Grieskirchen) nach Eisregen ins Schleudern geraten. Das Auto kam entgegen der Fahrtrichtung zum Stillstand. Ein nachfolgender 73-jähriger Pkw-Lenker aus Deutschland konnte nicht mehr ausweichen und prallte gegen das stehende Fahrzeug. Dabei wurden der Mann und seine 77-jährige Beifahrerin schwer verletzt. Beide wurden von der Rettung ins Krankenhaus nach Ried im Innkreis eingeliefert. Die 33-Jährige und ihre Kinder im Alter von neun und elf Jahren wurden ebenfalls verletzt und ins Klinikum Wels gebracht.

Auffahrunfälle auf A9

Kurz nach 21.00 Uhr kam es auch auf der Pyhrnautobahn (A9) zu einer Serie von Auffahrunfällen. Nach einer Sperre des Trettertunnels bei Schlierbach (Bezirk Kirchdorf an der Krems) hatten mehrere Fahrzeuge vor der Tunneleinfahrt angehalten. Wegen des einsetzenden Eisregens konnten ein Lkw und vier Pkw nicht mehr rechtzeitig vor dem Stauende anhalten. Sie kollidierten miteinander, dabei erlitten drei Personen leichte Verletzungen.

Zur gleichen Zeit hielt auch ein Autolenker (61) in Sierning (Bezirk Steyr-Land) sein Auto vor einer Kreuzung an, da die Fahrbahn spiegelglatt war. Eine nachfolgende Lenkerin (35) konnte nicht mehr anhalten, rutschte gegen den vor ihr stehenden Pkw und schob diesen gegen ein Verkehrszeichen. Dabei erlitten der 61-Jährige und seine Beifahrerin (60) leichte Verletzungen.

Gegen 1.15 Uhr geriet dann eine 26-jährige Frau aus Deutschland mit ihrem Pkw auf der Nibelungenstraße (B130) bei Esternberg (Bezirk Schärding) auf der eisglatten Fahrbahn in einer lang gezogenen Kurve ins Schleudern. Der Wagen durchstieß ein Geländer, überschlug sich über eine zwei Meter hohe Betonmauer und verfing sich in den Stauden der Uferböschung der Donau. Das auf dem Dach liegende Auto drohte in den Fluss abzugleiten. Die Frau und ihr 23-jähriger Beifahrer konnten sich selbst aus dem schwerbeschädigten Pkw befreien. Sie erlitten lediglich leichte Verletzungen. Der Unfallwagen wurde von der Feuerwehr abgesichert und soll im Laufe des Freitags geborgen werden.

Quelle: Agenturen / Redaktion / koa