WWF warnt vor bedrohten Amphibienarten am Tiroler Inn
"Amphibien sind an ursprüngliche Auenlebensräume - entlang kleiner und großer Flüsse wie dem Inn - angepasst", erläuterte Glaser: "Diese haben ihre ursprüngliche Dynamik heute vielerorts verloren." Unter anderem seien Feuchtlebensräume im Inntal trockengelegt, Tümpel verschüttet und Auflächen verbaut worden. Auch der Bau von Straßen und Siedlungen trage dazu bei.
Im Rahmen des Artenschutz-Projekts INNsieme connect seien nun die Auswirkungen erhoben und ein aktueller Befund gestellt worden. "Den Amphibien im Inntal geht es schlechter denn je", fasste Projektleiterin Evelyn Seppi von WWF Österreich zusammen. Besonders betroffen seien spezialisierte Arten der Tallagen wie die Gelbbauchunke, die Wechselkröte oder der Laubfrosch. Aber auch recht anspruchslose Arten wie Grasfrosch, Erdkröte und Bergmolch seien in der intensiv genutzten Inntalsohle massiv zurückgegangen. Im Vergleich zu den 1990er-Jahren bis heute habe sich die Population des Laubfrosches im Tiroler Inntal mehr als halbiert. Der kleine Wasserfrosch und Teichfrosch sind aus dem mittleren Inntal offenbar komplett verschwunden.
Die Daten würden auch aufzeigen, wo Hilfsmaßnahmen gezielt gesetzt werden können, etwa durch Vernetzung der Lebensräume oder die Schaffung sowie Aufwertung von Gewässern. Partnerorganisationen mehrerer Länder nehmen sich dem im Rahmen des Projekts INNsieme connect, einer Fortsetzung des 2022 ausgelaufenen INNsieme, am Inn an. Das Projekt wird von der Europäischen Union kofinanziert und vom Land Tirol gefördert.
Zusammenfassung
- Von den ursprünglich 15 Amphibienarten am Tiroler Inn sind laut WWF Österreich mittlerweile elf (stark) gefährdet oder vom Aussterben bedroht, eine Art ist regional bereits verschwunden.
- Hauptgrund für den dramatischen Rückgang ist laut WWF der Verlust geeigneter Lebensräume durch Trockenlegung, Verbauung und Straßenbau, wodurch selbst anspruchslose Arten wie Grasfrosch und Erdkröte stark zurückgegangen sind.
