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Wissenschaftsakademien fordern ökologische Krisenbekämpfung

09. Juli 2020 · Lesedauer 2 min

Das InterAcademy Partnership (IAP), ein Verbund von über 140 Wissenschaftsakademien, ruft die Politik weltweit dazu auf, die Bekämpfung der Wirtschaftskrise ökologisch zu gestalten. Nur ein kohlenstoffarmer Wiederaufbau könne einen gemeinsamen Nutzen für die soziale Gerechtigkeit, die Umwelt und die menschliche Gesundheit bringen, heißt es in dem Aufruf "Global Green Recovery After COVID-19".

Das Netzwerk, dem auch die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) angehört, sieht die von der Pandemie betroffenen Länder an einer Wegkreuzung stehen: Entweder geht es zurück zu einer fossilen Wirtschaft, dann kommt nach der Corona- die Klimakrise. Oder man bewegt sich in Richtung einer klimafreundlichen Post-Corona-Ökonomie. "Jetzt ist es an der Zeit, eine Entscheidung zu treffen", so IAP-Präsident Volker ter Meulen.

Die Analyse des IAP stützt sich auf frühere Arbeiten verschiedener Akademien. Die Forscher schlagen darin Maßnahmen für eine klimafreundlichere Wirtschaft vor, zum Beispiel Investitionen in Wind-, Wasser- und Sonnenenergie, die Stärkung der digitalen Infrastruktur etwa zur Verminderung von Geschäftsreisen und den Ausbau des öffentlichen Verkehrs.

"Wir müssen den Verbrauch fossiler Brennstoffe und anderer Quellen von Treibhausgasemissionen rasch reduzieren und den Wert der Ökosystemleistungen und das Potenzial einer Politik zur Eindämmung des Klimawandels erkennen", sagte Cherry Murray vom Akademien-Verbund. Dies bringe auch erhebliche Vorteile für die menschliche Gesundheit mit sich.

Auch wenn vieles noch ungewiss sei, ist das IAP überzeugt, dass eine Dekarbonisierung mit der wirtschaftlichen Erholung vereinbar ist, die Politik auf "Mehrfachgewinne" ausgerichtet sein sollte und in mehreren Sektoren Handlungsbedarf besteht, auf Wissenschaft basierende Lösungen bereits in Reichweite sind und Wissenschaft auch zentral für die öffentliche Akzeptanz von politischen Maßnahmen ist.

Der internationalen Koordination wird dabei größte Bedeutung beigemessen, wobei man sich dabei an den Bedürfnissen der Schwächsten orientieren müsse. Bei den Wiederaufbaumaßnahmen empfiehlt das IAP, bestehende Initiativen zu berücksichtigen, insbesondere die Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung und andere UN-Übereinkommen für biologische Vielfalt und Klimawandel.

Quelle: Agenturen