Winter hat europäische Länder im Griff
Auch der Zugverkehr rund um die niederländische Hauptstadt und Utrecht brach zwischenzeitlich zusammen. Auf den Autobahnen kam es zu Hunderten Kilometern Stau. Die polnische Eisenbahn PKP meldete teils stundenlange Verspätungen und Ausfälle aufgrund von starken Schneefällen. Der Fernverkehrszug Odra (Oder) zwischen Krakau und Berlin erreichte die deutsche Grenze mehr als zweieinhalb Stunden später als geplant.
In der tschechischen Gemeinde Kvila im Nationalpark Böhmerwald nahe der Grenze zu Bayern wurde ein Tiefstwert von minus 30,6 Grad Celsius gemessen. Nach Angaben des staatlichen Wetterdienstes sollen die Temperaturen in den nächsten Tagen landesweit nicht über den Gefrierpunkt steigen. Auf den rutschigen Straßen kam es vor allem in den Mittelgebirgen zu einer Reihe von Unfällen.
In Schottland konnten immerhin viele Kinder das Schneetreiben genießen, am Morgen wurden Hunderte Schulen geschlossen. In vielen Teilen Großbritanniens gilt seit mehreren Tagen eine Wetterwarnung wegen des starken Schneefalls. Am Wochenende war in dem englischen Ort Shap mit minus 10,9 Grad Celsius die kälteste Nachttemperatur des Winters in England und Wales gemessen. In der Slowakei meldeten die Meteorologen am Montag mit lokal bis zu minus 20 Grad Celsius den bisher kältesten Morgen.
In Sarajevo fielen bis zu 40 Zentimeter Schnee. Am Flughafen der Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina war am Sonntag die Hälfte der Flüge ausgefallen. In Rumänien waren insbesondere die Karpatenregionen in Siebenbürgen betroffen: Mehrere Dörfer waren wegen zugeschneiter Zufahrten isoliert. Mindestens 42.000 Haushalte waren ohne Strom, weil Transformatoren durch heftigen Schneefall beschädigt worden waren.
Die schwedische Polizei rief die Menschen dazu auf, das Auto stehen zu lassen. "Sushi zu holen, ist keine Notwendigkeit!", hieß es dazu. Auch am Stockholmer Flughafen Arlanda fielen zahlreiche Flüge aus oder waren verspätet. Der Zugverkehr in mehreren Regionen wurde zeitweise gestoppt, und Busse und Lastwagen rutschten von den eisglatten Straßen.
Flugausfälle an den Pariser Flughäfen
Starker Schneefall in Frankreich sorgte für Flugausfälle auf den Pariser Flughäfen Charles-de-Gaulle und Orly: Die Fluggesellschaften mussten dort 15 Prozent ihrer Flüge streichen, wie der französische Verkehrsminister Philippe Tabarot am Montagnachmittag mitteilte. Dies sei nötig, um Start- und Landebahnen vom Schnee zu räumen und die Maschinen vorzubereiten. Frankreichs größter Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle werde bis 20.00 Uhr betroffen sein, Paris-Orly bis 23.00 Uhr.
Schnee und Eis sorgten am Montag in der Normandie und der Bretagne im Westen Frankreichs sowie im Großraum Paris für Verkehrsstörungen - dort bildeten sich Staus mit einer Rekordlänge von insgesamt 850 Kilometern. Der Hochgeschwindigkeitszug TGV konnte nur mit 200 statt 300 Stundenkilometern fahren. Auch im Rest des Landes herrschten laut Wetterdienst Météo-France frostige Temperaturen.
Unwetterlage in Spanien
In Spanien brachte das Sturmtief "Francis" Regen, Kälte, starken Seegang und in höheren Lagen auch Schnee. Die Wetterbehörde Aemet gab für Montag Warnungen für zehn Regionen des Landes heraus. Für die Balearen mit der Urlaubsinsel Mallorca und den meisten anderen Gebieten gilt die dritthöchste Warnstufe Gelb. In Teilen von Kantabrien im Norden, von Kastilien und León im Nordwesten und von Katalonien im Osten des Landes herrscht unterdessen teilweise Warnstufe Orange, die erhebliche Gefahr bedeutet.
Die stärksten Schneefälle konzentrieren sich in der ersten Tageshälfte auf das weniger stark besiedelte Inland, die östliche Hälfte des Landes sowie das Kantabrische Gebirge, wie der TV-Sender RTVE berichtete. Auf drei Autobahnen und mehreren Landstraßen sorgte das Wetter demnach für massive Einschränkungen. Nennenswerte Zwischenfälle wurden sonst vorerst nicht gemeldet.
Zusammenfassung
- In Mittel- und Osteuropa wurden extreme Temperaturen gemessen, mit minus 30,6 Grad Celsius in Tschechien, minus 20 Grad in der Slowakei und bis zu 40 Zentimeter Neuschnee in Sarajevo, wo die Hälfte der Flüge ausfiel.
- In Rumänien waren mindestens 42.000 Haushalte ohne Strom und mehrere Dörfer isoliert, während in Spanien das Sturmtief 'Francis' für Warnungen in zehn Regionen und massive Einschränkungen auf Straßen sorgte.
