Wiener Polizei rettet Kunstobjekt vor Schmelzofen

13. Juni 2022 · Lesedauer 2 min

Zwei Männer sollen im Mai fünf Bronze-Reliefs und zwei Bronze-Skulpturen vom Gelände der Praterateliers des Bundes in Wien-Leopoldstadt gestohlen haben. Wert der Objekte: insgesamt mehr als eine Million Euro.

Ermittlern ist es zu verdanken, dass die etwa eine Tonne schweren Kunstgegenstände nicht bereits im Schmelzofen gelandet sind. Die Diebe hatten sie bereits zu einem Metallwert von wenigen tausend Euro verkauft, die "Verwertung" in einem Recyclingbetrieb wurde verhindert.

Männer bestreiten Diebstahl 

Die beiden Verdächtigen, die in einer Justizanstalt einsitzen und den Diebstahl bestreiten, wurden vor wenigen Tagen in Ottakring festgenommen. Es handelt sich laut Polizeisprecher Markus Dittrich um rumänische Staatsbürger im Alter von 37 und 41 Jahren. Auf die Schliche kamen ihnen Ermittler des Landeskriminalamts (Gruppe Urbanz), die von der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität (EGS) bei den Festnahmen unterstützt wurden.

Die Männer "stehen im dringenden Verdacht, fünf Bronze-Reliefs und zwei Bronze-Skulpturen im Zeitraum vom 15. bis 28. Mai 2022 von einem Gelände eines Ateliers in der Leopoldstadt gestohlen zu haben", sagte der Sprecher. "Die Gegenstände sollen zusammen einen Kunstmarktwert von mehr als einer Million Euro haben und etwa eine Tonne wiegen."

Vernichtung stand "unmittelbar" bevor

Die Vernichtung der Kunstobjekte habe "unmittelbar bevorgestanden", so Dittrich am Sonntag. "Den intensiven Ermittlungen der Kriminalisten ist es zu verdanken, dass die Gegenstände nicht eingeschmolzen wurden." Sie wurden mittlerweile an die Besitzerin retourniert.

Ein echter Avramidis 

Bei den Werken handelt es sich um Arbeiten des bekannten zeitgenössischen griechisch-österreichischen Bildhauers Joannis Avramidis, der 2016 starb. Diese befanden sich laut Kulturministerium auf einem Outdoor-Areal, das von den Künstlerinnen und Künstlern in den Praterateliers teilweise in Anspruch genommen wird. Während die Vergabe der Praterateliers als Arbeitsraum an derzeit 17 Künstlerinnen und Künstler durch das Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport erfolgt, ist für die Gebäudeverwaltung die Bundesimmobiliengesellschaft BIG zuständig, wobei das Gelände um die Ateliers nur von autorisierten Personen betreten werden kann.

"Durch die eventuelle Duldung von Platzierungen von Kunstwerken auf diesem Areal hat der Bund daher keine gesonderten Sorgfaltspflichten übernommen", unterstreicht man im Kulturministerium gegenüber der APA.

Jan ForoboskoQuelle: Redaktion / foj