APA - Austria Presse Agentur

Wien: Verlängerung des Gastro-Lockdowns würde "niemand mehr verstehen"

28. Apr 2021 · Lesedauer 3 min

In Wien darf ab 3. Mai der Handel wieder öffnen. Die Hotellerie und Gastronomie bleiben weiterhin geschlossen. Mit 19. Mai soll sich das aber österreichweit ändern. Unklar ist aber noch, ob Wien nicht einen eigenen Weg einschlägt. Branchen-Vertreter fordern eine Öffnung am 19. Mai.

Für Matthias Winkler, Eigentümer des Hotel Sacher in Wien, ist der 19. Mai ein "Hoffnungsschimmer, den man nicht zerstören soll", wie er im Interview mit PULS 24 Anchor Werner Sejka erklärt. Er geht davon aus, dass ein sicheres Aufsperren möglich sein "muss". Die schrittweisen Öffnungen seien für ihn "ok".

Sollte Wien nicht am 19. Mai aufsperren, dann würde das nicht nur "große Frustration und Enttäuschung bei den Gastronomie- und Hotelleriebetrieben auslösen, sondern das würde letztlich niemand mehr verstehen", sagt Winkler im Interview. Auf Vorarlberg angesprochen sagt Winkler, dass die Gastronomie vor Ort "eindrucksvoll bewiesen hat, dass es funktioniert". Der Anstieg der Neuinfektionen im Ländle würde auf die hohe Anzahl der Testungen zurückgehen.

Winkler: "Öffnungen am 19. Mai müssen möglich sein"

Matthias Winkler, Eigentümer des Hotel Sacher in Wien, spricht im PULS 24 Interview über die Maßnahmen in Wien, die geplanten Öffnungen am 19. Mai und den Anstieg der Neuinfektionen in Vorarlberg.

Auch Michaela Reitterer, Präsidentin der Hoteliersvereinigung ÖHV, kritisiert im PULS 24 Interview, dass die Wiener Hotels eventuell von den Öffnungsschritten ausgenommen werden könnten. Dass eine Öffnung nicht garantiert werden könne, würde die Situation für die Hotellerie "sehr schwierig" machen, sagt Reitterer. "Ein Hotel aufzusperren bedeutet sehr viel mehr, als nur einen Schlüssel umzudrehen", erklärt sie die Lage. Ohne Datum könne man die Zimmer nicht für Feriengäste anbieten, wodurch die Planung erschwert werde.

"Das nichts weitergeht, ist ein bisschen unverständlich", sagt Reiterrer. Sie hätte zwar für Ludwigs vorsichtiges Vorgehen Verständnis, gleichzeitig müsse man "sich anschauen, wie es im wahrhaftigen Leben vor sich geht. Da sollten uns zwei Meter kontrollierter Abstand lieber sein als null Meter unkontrollierter", erklärt Reitterer. Sie spricht damit die Ansteckung im Privaten an. "Im letzten Jahr gab es kein einziges Hotel, in dem es ein Cluster gab", sagt die ÖHV-Präsidentin.

Reitterer: "Es gab noch nie einen Cluster in einem Hotel"

Michaela Reitterer, Präsidentin der Hoteliersvereinigung ÖHV, äußert im PULS 24 Interview ihre Kritik.

"Ich finde es gut, dass sich der Bürgermeister noch nicht festgelegt hat und noch eine Woche warten will, bis er sich endgültig entschieden hat", sagt Peter Dobcak, Gastro-Obmann der WKO, im PULS 24 Interview. Er hofft weiterhin auf eine Öffnung der Gastronomie sowohl außen wie auch innen.

Sollte eine reine Gastgartenöffnung beschlossen werden, würde sich das für viele wirtschaftlich nicht rechnen, sagt Dobcak. Man wird weniger als 50 Prozent der Schanigärten nutzen können. Besonders am Anfang erwarte man einen "großen Ansturm an Gästen und ein guter Teil, wird an uns vorbeigehen", sagt Dobcak. Er befürchtet, dass Wiener nach Niederösterreich oder ins Burgenland in Lokale ausweichen.

"Wir sind die Branche mit den dichtesten Kontrollen", erklärt der Gastro-Obmann. Falls man wegen der hohen Corona-Zahlen in Wien nicht aufsperren kann, hofft Dobcak auf weitere Gastro-Gutscheine oder Förderungen. Offiziell bestätigt seien laut Dobcak erneute Gastro-Gutscheine allerdings noch nicht.

Dobcak: "Gut, dass sich der Bürgermeister noch nicht festgelegt hat"

Peter Dobcak, Gastro-Obmann der WKO, glaubt im Gespräch mit PULS 24, dass sich eine reine Schanigarten-Öffnung wirtschaftlich nicht rechnen wird.

Angela PerkonigQuelle: Redaktion / red