APA - Austria Presse Agentur

Wien stockt wegen Kälte Bettenkapazität für Obdachlose auf

10. Feb 2021 · Lesedauer 2 min

Mit Blick auf die angekündigte Kältewelle erweitert die Stadt Wien das Winterpaket für obdachlose Menschen. Bisher gab es in diesem Rahmen rund 900 Schlafplätze in Notquartieren, ab sofort kommen 25 dazu, teilte der Fonds Soziales Wien (FSW) der APA am Mittwoch mit. Ziel ist, für die angekündigten, tieferen Temperaturen in den nächsten Tagen gewappnet zu sein.

"Wir fahren in allen Notquartieren seit mehreren Monaten einen 24-Stunden-Betrieb. Jetzt, wo es richtig kalt wird, schaffen wir zusätzliche warme Plätze. In Wien soll in der kalten Jahreszeit niemand auf der Straße übernachten müssen", sagte Sozialstadtrat Peter Hacker (SPÖ). Das Angebot in diesem Winter war bisher sehr gefragt, die Auslastung sei zuletzt bei etwa 90 Prozent gelegen, hieß es.

Mit dem zusätzlichen Angebot soll ein Puffer geschaffen werden: "Das Winterpaket war bisher noch nicht vollkommen ausgelastet, aber wir beobachten die Situation laufend und wollen für die aktuell sehr tiefen Temperaturen zusätzlich vorsorgen und gewappnet sein", erklärte Kurt Gutlederer, Leiter der Wiener Wohnungslosenhilfe im FSW, die Maßnahme.

Die 25 zusätzlichen Plätze - alle in Doppelzimmern - befinden sich in einem Notquartier des Samariterbundes Wien in Floridsdorf. Sie sind ab sofort bezugsfertig.

Aufgrund der angekündigten Kältewelle erinnerte der FSW auch auf die Kälte-App bzw. das Kältetelefon der Caritas (unter der Nummer: 01/480-45-53). Über diese Kanäle können Wienerinnen und Wiener melden, wenn sie auf Obdachlose treffen, die bei eisigen Temperaturen keinen warmen Schlafplatz haben. Streetwork-Teams rücken nach den Hinweisen aus, um zu helfen. Die Kälte-App gibt es gratis zum Download (www.kaelteapp.wien).

Das Winterpaket der Stadt Wien läuft seit Ende Oktober. Dabei werden über die kalte Jahreszeit nunmehr rund 925 Plätze in Notquartieren eingerichtet, damit Menschen ohne zu Hause ein warmes Dach über dem Kopf haben. Der FSW koordiniert und finanziert die Plätze im Auftrag der Stadt. Mit der Umsetzung sind Einrichtungen wie Obdach Wien, das Wiener Rotes Kreuz, die Caritas der Erzdiözese Wien, der Samariterbund Wien, die Volkshilfe Wien, die Johannitern und die St. Elisabeth-Stiftung betraut.

Quelle: Agenturen