APA - Austria Presse Agentur

Silvesternacht in Wien: Polizisten mit Böllern beworfen

01. Jan 2021 · Lesedauer 2 min

In der Silvesternacht kam es im Wiener Bezirk Favoriten zu schweren Ausschreitungen. Eine Gruppe von 20 bis 30 Menschen feuerte illegale Pyrotechnik ab.

Im zehnten Wiener Gemeindebezirk rund um den Reumannplatz kam es in der Silvesternacht zu Ausschreitungen. Eine Gruppe von 20 bis 30 Personen setzte sich über die Corona-Ausgangsbeschränkungen hinweg und feuerte Böller und Feuerwerkskörper ab.

Sachbeschädigungen und Festnahmen

Dabei kam es zu Sachbeschädigungen. So wurden unter anderem Fensterscheiben von umliegenden Wohnungen und Geschäften mit Raketen zerschossen. Es gingen zahlreiche Scheiben zu Bruch, Mistkübel, Zeitungsständer, Bänke und Kaugummiautomaten wurden gesprengt. Außerdem beschossen sie Polizisten mit Raketen und Böllern. Die pyrotechnischen Gegenstände, die auch gegen die Beamten eingesetzt wurden, sollen die doppelte Sprengkraft einer scharfen Handgranate gehabt haben. Die "APA" berichtet auch von "Allahu Akbar"-Rufen, die zu zu hören gewesen sein sollen.

Auch ein eintreffender Funkwagen wurde mit Pyrotechnik unter Beschuss genommen, ein Christbaum wurde mit brennbarer Flüssigkeit übergossen. Es kam zu neun vorübergehenden Festnahmen.

Der Mob soll aus zahlreichen Personen mit großteils Migrationshintergrund bestanden haben. Zwei Verdächtige, ein 16-jähriger und ein 21-jähriger Syrer, wurden in einem Haus angehalten. In einer in dem Gebäude befindlichen Wohnung traf die Polizei weitere Personen an, die an den Randalen beteiligt gewesen seien sollen - zwei Österreicherinnen (14 und 15), zwei Iraker (20 und 22) und drei Syrer (23, 27 und 29 Jahre alt).

Der 21-Jährige soll im Zuge der Vorfälle mit einem zu einem Rammbock umfunktionierten Mistkübel einen Einbruch bei einem Juwelier versucht haben. Im Gegensatz zu den anderen Verdächtigen blieb er in Polizeigewahrsam.

Nehammer verurteilt Randale

Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) verurteilte die Randale am Neujahrstag. "Parallelgesellschaften haben in unserem Land nichts verloren", sagte er in einer Stellungnahme. "Für solche Aktionen haben wir absolut keine Toleranz", betonte er.

Der Innenminister und der Wiener Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl kündigten eine Schwerpunktaktion der Polizei in Favoriten an. Schwerpunktmäßige Kontrollen sollen von uniformierten Einheiten und Ermittlern in zivil durchgeführt werden.

Quelle: Redaktion / apb