AFP

Wie bei Biden: Wenige werden nach Paxlovid-Einnahme wieder positiv

05. Aug. 2022 · Lesedauer 3 min

Nach der Covid-Behandlung mit Paxlovid kann es selten kurz nach Ende der Symptome zu deren Wiederaufflammen kommen. So dürfte es auch bei US-Präsident Joe Biden gewesen sein.

US-Präsident Joe Biden war nur wenige Tage nach der ersten Infektion schon wieder Corona-positiv. Der wahrscheinliche Grund: das Covid-Medikament Paxlovid. Nach einem positiven Test begab er sich in Isolation, arbeitete aber weiter per Videoschalte. "Meine Symptome waren mild. Ich habe mich schnell erholt und mir geht es prima", sagte Biden damals. In Absprache mit seinen Ärzten wurde Biden in dieser Zeit mit dem Covid-Medikament Paxlovid behandelt.

Das Präparat in Tablettenform, das auch in Österreich zugelassen ist, verhindert schwere Krankheitsverläufe, indem es die Virenvermehrung hemmt. Das Medikament wirkte; nach fünf Tagen war Biden negativ. Dann schlug jedoch ein seltenes, aber bekanntes Problem bei Paxlovid-Behandlungen zu: der sogenannte Rebound-Effekt.

Rasch nach Symptombeginn

"Ein Covid-Rebound tritt gewöhnlich zwei bis acht Tage nach dem Abklingen der Ersterkrankung auf. Mit Paxlovid behandelte Personen können also länger als üblich Covid-positiv und damit infektiös bleiben", informierte der Infektiologe Herwig Kollaritsch. 

Paxlovid ist derzeit die einzige zugelassene orale antivirale Therapie gegen schwere Verläufe von Covid-19 und sollte rasch nach Symptombeginn bzw. einem positivem Testergebnis eingenommen werden. "Das Auftreten von Rebounds schmälert die Bedeutung des Medikaments in der Covid-Behandlung nicht", betonte Kollaritsch in der GECKO-Aussendung vom Freitag.

"Paxlovid hat eine hohe Wertigkeit in der Therapie von Covid-19. Der klare Nutzen von Paxlovid: Viruslast und Hospitalisierungsrate werden drastisch reduziert", berichtete der Mediziner und GECKO-Experte.

Medikamente in Österreich selten verwendet

Die Bundesregierung hatte zuvor die GECKO-Mitglieder sowie die Fachgruppe Therapieboard des Obersten Sanitätsrates um ihre wissenschaftliche Einschätzung zu den sehr seltenen Rebounds nach der Behandlung mit Paxlovid-Tabletten gebeten. Sowohl Geimpfte, Ungeimpfte als auch zuvor schon mal Genesene können von dem Effekt betroffen sein.

Paxlovid und andere verfügbare Medikamente für Covid-19-Risikogruppen wurden bisher in Österreich noch eher verhalten abgerufen, sie sind aber ausreichend vorhanden, bemängelt die im Bundeskanzleramt angesiedelte gesamtstaatliche Covid-Krisenkoordination (GECKO).

Auf Seite der Nachfrage könnten eine mittelmäßige Informiertheit der Risikogruppen sowie das veränderte Testverhalten eine Rolle spielen, wird in dem aktuellen Report erläutert. Auf der Angebotsseite sei zudem festzustellen, dass vor allem in Wien mehr Medikamente abgerufen werden. Dies deute daraufhin, dass die Verfahren für den Medikamentenzugang in den Bundesländern ein relevanter Faktor sind.

Zugang soll erleichtert werden

"GECKO hat sich bereits im letzten Bericht vom 25. Juli 2022 dafür ausgesprochen, die Verfahren für den Medikamentenzugang in den Bundesländern zu erleichtern", erinnerte Generalmajor Rudolf Striedinger als GECKO-Vorsitzender. "Wir haben akut und voraussichtlich auch in Zukunft hohe Infektions- und Fallzahlen", warnte er. "Glücklicherweise sind in Österreich zugleich wirksame Medikamente zur Behandlung von Covid-19 in ausreichender Zahl vorhanden. Das sollten wir dringend nutzen, um schwere Verläufe und Hospitalisierungen zu verhindern."

Quelle: Agenturen