APA - Austria Presse Agentur

WHO untersucht Rückfälle von Covid-19-Patienten

11. Apr 2020 · Lesedauer 3 min

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) untersucht Rückfälle von Covid-19-Patienten, die nach negativen Virus-Tests als geheilt galten. "Wir stehen in enger Verbindung mit unseren klinischen Experten und arbeiten hart daran, mehr Informationen über diese individuellen Fälle zu erhalten", heißt es in einer WHO-Stellungnahme gegenüber Reuters zu ungewöhnlichen Fällen in Südkorea.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) untersucht Rückfälle von Covid-19-Patienten, die nach negativen Virus-Tests als geheilt galten. "Wir stehen in enger Verbindung mit unseren klinischen Experten und arbeiten hart daran, mehr Informationen über diese individuellen Fälle zu erhalten", heißt es in einer WHO-Stellungnahme gegenüber Reuters zu ungewöhnlichen Fällen in Südkorea.

Es sei sehr wichtig, dass bei der Beurteilung der Patienten der vorgeschriebene Ablauf eingehalten werde. Nach den WHO-Richtlinien kann ein Patient erst aus dem Krankenhaus entlassen werden, wenn zwei Coronavirus-Tests im Abstand von 24 Stunden negativ ausgefallen sind.

In Südkorea sind nach Angaben von Behörden knapp Hundert von einer Infektion genesene Menschen erneut positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Der Direktor des Koreanischen Zentrums für Krankheitsbekämpfung (KCDC), Joeng Eun Kyeong, erklärte am Freitag, es sei eher wahrscheinlich, dass das Virus "reaktiviert" worden sei, als dass es sich um Neuinfektionen handle. Vertreter des südkoreanischen Gesundheitswesens sagten, noch sei unklar, was sich hinter diesem Trend verberge. Epidemiologische Untersuchungen würden derzeit fortgesetzt.

Die Frage, ob sich von einer Infektion genesene Menschen erneut am Coronavirus anstecken können, ist von internationaler Bedeutung. Viele Länder setzen darauf, dass von einer Corona-Infektion geheilte Menschen eine Immunität gegen das Virus entwickeln und mit der Zeit ein genügend großer Bevölkerungsteil immun gegen die Krankheit ist, um ein Wiederaufflammen der Pandemie zu verhindern.

Der Kreml verteidigte unterdessen die WHO gegen die Kritik von US-Präsident Donald Trump. "Sie tut jetzt viel, um die Pandemie einzudämmen", sagte Sprecher Dmitri Peskow am Samstag im Staatsfernsehen der Agentur Tass zufolge.

Natürlich wolle auch der Kreml, dass die WHO noch effektiver werde. Dann müssten die Staaten die Organisation mehr unterstützen. Ähnlich hatte sich zuvor der deutsche Außenminister Heiko Maas geäußert.

Trump hatte gesagt, die WHO habe es in der Corona-Krise "wirklich vermasselt". Sie sei unter anderem zu sehr auf China ausgerichtet. Der US-Präsident drohte der in Genf ansässigen wichtigsten Sonderorganisation der Vereinten Nationen im Gesundheitsbereich mit einem Stopp von Beitragszahlungen.

Peskow sagte, sollte es wirklich soweit kommen, hoffe er, dass die WHO dadurch nicht geschwächt werde. Russland wünsche den USA, dass sie die Corona-Krise überwinden würden. Dort gibt es nach Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore inzwischen mehr als eine halbe Million nachgewiesene Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus.

Die Beziehungen zwischen Moskau und Washington sind seit Jahren wegen einer Vielzahl internationaler Konflikte angespannt. Trotzdem seien die Präsidenten beider Länder in der Lage, einen konstruktiven Dialog zu führen, meinte der Sprecher von Kremlchef Wladimir Putin. "Die Beziehungen sind schlecht, aber die Präsidenten reden miteinander."

Quelle: Agenturen