APA - Austria Presse Agentur

WHO kritisiert "inakzeptabel langsame" europäische Impfungen

01. Apr 2021 · Lesedauer 3 min

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Corona-Impfkampagne in Europa als "inakzeptabel langsam" angeprangert.

"Impfstoffe sind gegenwärtig unser bester Weg, um aus dieser Pandemie herauszukommen", betonte WHO-Europa-Direktor Hans Kluge am Donnerstag. Die langsame Verteilung der Vakzine in Europa führe zu einer "Verlängerung" der Pandemie. Die Verteilung der Impfstoffe müsse durch eine Ankurbelung der Produktion und den Abbau bürokratischer Hürden beschleunigt werden, forderte Kluge. "Jede einzelne Ampulle, die wir vorrätig haben, muss genutzt werden - jetzt."

Die Infektionslage in Europa bezeichnete die WHO als so "besorgniserregend" wie seit Monaten nicht mehr. Während die Zahl der wöchentlichen Neuinfektionen in Europa vor vier Wochen noch bei weniger als einer Million gelegen habe, habe dieser Wert in der vergangenen Woche bereits bei 1,6 Millionen gelegen. Die Zahl der Todesfälle durch das Coronavirus in Europa "bewegt sich schnell auf die Million zu", warnte die Organisation. Die Zahl der in der Region registrierten Corona-Infektionen werde bald die 45-Millionen-Marke überschreiten.

Die Europa-Direktion der WHO ist für 53 Staaten zuständig, darunter auch für Russland und mehrere ehemalige Sowjetnationen in Zentralasien. Die WHO-Notfallkoordinatorin für Europa, Dorit Nitzan, warnte vor der Entstehung neuer Mutanten, sollte die Geschwindigkeit, in der sich das Coronavirus derzeit ausbreite, nicht gedrosselt werden. "Die Wahrscheinlichkeit neuer besorgniserregender Varianten steigt mit der Rate, in der das Virus sich repliziert und ausbreitet", erklärte sie. "Entscheidend" sei deshalb, die Virusübertragung "durch grundlegende Maßnahmen zur Krankheitskontrolle einzudämmen".

Anschober könne Europa-Kritik "nicht nachvollziehen"

Gesundheitsminister Anschober sagte am Rande einer Pressekonferenz am Donnerstag, dass er die Kritik an Europa "nicht nachvollziehen" könne. Man arbeite sehr eng zusammen im Bereich der Impfungen, dieses Gemeinschaftsprojekt sei wichtig. "Optimierungsmöglichkeiten gibt es bei jedem solchen Projekt." Im Sommer wolle man durch sein mit einem Impfangebot für alle, die sich impfen lassen wollen. "Daher wollen wir mehr Gerechtigkeit bei der Verteilung der Impfdosen. Es wäre ja fatal wenn mehrere Mitgliedsstaaten erst Monate später fertig werden. Das wäre für alle keine ideale Lösung."

Die Infektionslage in Europa bezeichnete die WHO als so "besorgniserregend" wie seit Monaten nicht mehr. Während in Europa noch vor vier Wochen wöchentlich weniger als eine Million Neuinfektionen verzeichnet worden seien, habe die Zahl der Neuansteckungen in der vergangenen Woche bereits bei 1,6 Millionen gelegen. Bald werde Europa die Marke von 45 Millionen Corona-Infektionen seit Pandemie-Beginn überschreiten. Die Zahl der Todesfälle durch das Coronavirus in der Region bewege sich derzeit "schnell auf die Million zu", hieß es weiter.

Quelle: Agenturen