Weihnachtsbeleuchtung in Graz erwacht aus dem Winterschlaf

10. Nov. 2022 · Lesedauer 4 min

Seit Monatsbeginn werden sie täglich mehr: Die Schneesterne, Sternschnuppen, Weihnachtskugeln und Lichterketten in Straßen und auf Plätzen von Graz. 61 Straßen, Gassen und Plätze werden mit weihnachtlichen Motiven erleuchtet. Acht Beschäftigte der Energie Graz sind fünf Wochen vor allem abends und in der Nacht am Werk, damit die festlichen Lichter im Advent angehen. Zehneinhalb Monate "schläft" die festliche Dekoration allerdings - in einer 500 Quadratmeter großen Lagerhalle.

Wo das Christkind die meisten Tage des Jahres zubringt und der Weihnachtsmann wohnt, ist wissenschaftlich nicht gesichert. Mehr Licht ins Dunkel gibt es schon bei der Frage, wohin die vielen Sterne, Sternschnuppen und weihnachtlichen Lichtelemente, die die Grazer Innenstadt in den letzten Wochen des Jahres schmücken, verschwinden. Die Energie Graz, die für die Montage der Weihnachtsbeleuchtung in der steirischen Landeshauptstadt verantwortlich ist, hat der APA das Versteck gezeigt.

Was in einem durchschnittlichen Haushalt an Weihnachtsdekoration in eine oder zwei Bananenschachteln passt, nimmt in Graz eine riesige Lagerhalle am Rande der neuen Grazer Smart City im westlichen Bezirk Eggenberg in Anspruch. Von Februar bis in den Herbst liegen, hängen und stehen die Leuchtkörper in Form von Schneeflocken, des Sterns von Bethlehem bis hin zum Grazer Uhrturm ungestört und fein sortiert in der Halle - geordnet nach Straßen, beginnend bei "Abraham-a-Santa-Clara Gasse" über "Bürgergasse" bis "Tummelplatz". Wenige Wochen lang sorgen dann sie für weihnachtliche Lichtblicke.

Die 760.000 LED-Lämpchen der rund 1.200 adventlich-weihnachtlichen Lichtdeko-Elemente stellen vom 24. November die festliche Beleuchtung der Innenstadt. Bis es jedoch so weit ist, heißt es für einige Mitarbeiter der Energie Steiermark "Nachtschicht". Denn es sind - verkehrsbedingt - vor allem die Abend- und Nachtstunden, in denen die leuchtende Weihnachtsdekoration montiert wird.

Zu Mitte dieser Woche zeigte die angemietete Lagerfläche im Keller einer Lagerhalle schon deutliche Lücken: "In der Hofgasse, dem Tummelplatz, Färberplatz oder auch dem Lendplatz wurde schon einiges aufgehängt, auch am Weihnachtsbaum am Hauptplatz wird gerade gearbeitet", schilderte Peter Lödler der APA. Er führt den Trupp der Elektriker an, die in diesen Tagen Nachtschichten einschieben.

Eine des Trupps ist Lisa-Marie Bludzus. Die Arbeit macht der jungen Frau sichtlich Freude: "Ich bin gerne draußen - auch am Abend - und Arbeiten in hoher Höhe macht mir Spaß", erzählte die Elektrikfachfrau, die sich gerade auf ihren nächsten nächtlichen Einsatz, der von 18.00 Uhr bis 4.00 Uhr geht, vorbereitete. Und höhensicher und schwindelfrei sollte man für den Job schon sein, denn der Großteil des leuchtenden Dekors wird in einer Höhe von rund acht Metern angebracht.

"Die Herrengasse ist schon eine Herausforderung, denn dort muss man auch auf die Oberleitungen der Straßenbahn achten. Andererseits ist es lustig, immer wieder mit den Passanten ins Gespräch zu kommen. Und am Ende ist man stolz, wenn all die Lichter die Gasse zum Leuchten bringen", wie ihre Kollegin Kristin Tement schilderte. 180.000 LED sorgen in der Herrengasse für mehr als 80.000 Lichtpunkte an den Lichtsegeln, - strängen und den Acrylmotiven mit Abbildungen von Grazer Sehenswürdigkeiten.

Auf die energiesparende LED-Beleuchtung ist man seit 2008 sukzessive umgestiegen. "Obwohl die Lichtpunkte seit 2007 von 270.00 konventionellen Lichtpunkten auf über 760.000 LED angewachsen ist, hat sich der Energieverbrauch von ursprünglich 90.000 Kilowattstunden im Vorjahr auf 35.000 kWh reduziert. Er liegt bei rund einem Drittel im Vergleich zu 2007", betonte Wolfgang Konrad von der Energie Graz auf Anfrage der APA. In diesem Jahr würden durch die kürzeren Einschaltzeiten sogar noch einmal rund 30 Prozent eingespart: "Die Beleuchtung wird um eine Woche nach hinten verschoben und wir sparen täglich drei Stunden in der Früh und eine am Abend ein", führte Konrad weiter aus.

Bis alles hängt, werden die Mitarbeiter der Energie Graz rund 2.800 Arbeitsstunden in die weihnachtliche Beleuchtung der Stadt investiert haben. "Die wenigsten erkennen, wie viel Arbeit dahintersteckt", so Lödler. Bis zum 6. Jänner bleibt die Beleuchtung hängen, dann geht es wieder in den Keller zurück: "Die Demontage geht schneller, das schaffen wir in drei Wochen", schilderte Tement. Dann werden die Leuchtkörper aber noch in der Halle, die zum Teil auch als Werkstatt dient, einer Funktionsprüfung unterzogen und gewartet.

Quelle: Agenturen