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Warnung vor Deepfake-Anrufen von falschem Innenminister

Heute, 07:56 · Lesedauer 2 min

Das Bundeskriminalamt (BK) warnt vor einer neuen Masche mit Deepfake-Videokonferenzen mit dem vermeintlichen Innenminister Gerhard Karner (ÖVP). Die Kriminellen täuschen bei den Anrufen die Identität des Politikers vor, um Geldforderungen zu stellen. In mehreren Versuchen kam es bereits zu einem Gespräch mit dem falschen Minister, der um Lösegeldzahlungen im Zusammenhang mit Geiselnahmen bat, wie das Bundeskriminalamt am Freitag mitteilte.

Der erste Kontakt zwischen den Kriminellen und den Opfern erfolgte jeweils über die offizielle Telefonnummer des Innenministeriums (+43 1 53126), die durch sogenannte "Caller ID Spoofing"-Methoden gefälscht wurde. Im weiteren Verlauf wurde die Identität des angeblichen Ministers in einem Videochat vorgetäuscht.

Bei den Anrufen handelt es sich immer um Betrugsversuche. Das Bundeskriminalamt hält fest, dass weder das Innenministerium noch eine andere österreichische Behörde jemals über Videochats oder Telefonanrufe zu Spendengeldern für Lösegeldzahlungen auffordern.

Die Expertinnen und Experten im Cybercrime-Competence-Center (C4) des Bundeskriminalamts ermitteln in diesem Zusammenhang - auch mit internationalen Partnerdiensten. Denn auch wenn Deepfakes täuschend echt wirken, würden sie im Netz Spuren hinterlassen.

Seit Anfang 2024 wurde zudem im polizeilichen Protokollierungssystem der Code "Deepfake" eingeführt, da die Technologie der Kriminellen in den vergangenen Jahren immer ausgeklügelter wurde. Anzeigen wegen Deepfake-Manipulationen können seitdem gesondert ausgewertet werden, um laut Angaben des Bundeskriminalamts ein umfassenderes Lagebild zu erstellen und Ermittlungen gezielt zu führen.

Wie können Deepfakes erkannt werden?

Um verdächtiges Material und ungewöhnliche Anrufe zu erkennen, sollte man auf unnatürliche Übergänge im Gesicht oder verschwommene Konturen achten. Zudem kommen oft unlogische Schatten, fehlendes Blinzeln und unnatürliche Mimik vor. Auch auf die Stimme des Gegenübers sollte geachtet werden: Oft ist hierbei ein metallischer Klang, eine monotone Sprachweise oder falsche Betonungen zu hören.

Tipps im Umgang

Die Experten empfehlen, bei Inhalten in sozialen Netzwerken oder via Messenger stets kritisch zu bleiben und Ungeprüftes nicht zu glauben oder weiterzuverbreiten. Zudem sollten Quellen geprüft werden und bei Geldforderungen oder Drohungen sofort die Polizei verständigt werden. Auch bei der Veröffentlichung eigener Fotos, Videos und Sprachaufnahmen sei Vorsicht geboten.

Zusammenfassung
  • Seit Anfang 2024 gibt es im polizeilichen Protokollierungssystem den Code "Deepfake", um die zunehmenden Fälle gezielt zu erfassen und Ermittlungen effektiver zu gestalten.
  • Expertinnen und Experten empfehlen, bei verdächtigen Anrufen, Geldforderungen oder Drohungen sofort die Polizei zu verständigen und auf typische Anzeichen von Deepfakes wie unnatürliche Mimik, metallische Stimme und gefälschte Konturen zu achten.