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Waldbrand: Bezirkshauptfrau blitzt mit Wunsch nach Handydaten-Auswertung ab

08. Feb. 2022 · Lesedauer 2 min

Nach dem enormen Waldbrand im Oktober und November in der Rax-Region wollt die Bezirkshauptfrau von Neunkirchen Handydaten auswerten lassen, um den Verursacher zu finden. Die Staatsanwaltschaft winkt jedoch ab.

In Hirschwang in Reichenau a.d. Rax (Bezirk Neunkirchen) brannte im Oktober und November des Vorjahres der Wald. Bei einem der aufwendigsten Löscheinsätze der vergangenen Jahrzehnte waren fast 9.000 Helfer in steilem Gelände im Einsatz, Italien, Deutschland und die Slowakei schickten Löschflugzeuge und -hubschrauber. 

Auf der Suche nach dem Verursacher des Feuers - vermutet wird ein illegal angezündetes Lagerfeuer oder eine weggeworfene Zigarette - hat sich Alexandra Grabner-Fritz, Bezirkshauptfrau von Neunkirchen, an die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt gewandt, wie der "Kurier" schreibt. Sie soll ihrem Unbehagen über die bisher nicht eingesetzte Handyauswertung Luft gemacht haben. 

Keine Handydaten ohne Vorsatzdelikt

Laut dem Sprecher der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt Markus Bauer fehlt für eine Funkzellenauswertung allerdings die rechtliche Grundlage. Ermittelt wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Herbeiführung einer Feuersbrunst gegen unbekannte Täter. Laut Strafgesetzbuch droht eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr. Um die Datenauswertung vornehmen zu können, müsste aber "von einem Vorsatzdelikt" ausgegangen werden, betonte der Sprecher. Barbara Haider, leitende Staatsanwältin in Wiener Neustadt, kündigte dem "Kurier" an, ihrer Dienstaufsicht nachzukommen und zu prüfen, ob es seitens der Behörde zu Ermittlungsfehlern gekommen ist.

Der Waldbrand war am 25. Oktober 2021 am sogenannten Mittagsteig in Hirschwang ausgebrochen. Die Flammen breiteten sich extrem rasch aus - innerhalb von zehn Stunden von fünf auf etwa 115 Hektar. Feuerwehrangaben zufolge entwickelte sich in steilem und felsigem Gelände einer der aufwendigsten Löscheinsätze im Bereich der Waldbrandbekämpfung der vergangenen Jahrzehnte. Fast 9.000 Helfer waren in Summe an Ort und Stelle. Am 6. November 2021 wurde "Brand aus" gegeben.

Marianne LamplQuelle: Agenturen / Redaktion / lam