APA - Austria Presse Agentur

Vor Ost-Lockdown: Ansturm auf Shops und öffentliche Plätze

28. März 2021 · Lesedauer 3 min

Ab dem 1. April gilt für Ostösterreich wieder eine ganztägige Ausgangssperre. Dann soll auch der Handel und die körpernahen Dienstleistungen wieder schließen. Ungeachtet der vielen Warnungen der Experten und der hohen Zahl an Neuinfektionen – in Wien wurden mit Stand Sonntag 10.136 aktive Fälle gemeldet – sind am Wochenende zahlreiche Menschen zu öffentlichen Orten geströmt. Dennoch sollen sich die Wiener laut einer Aussendung der Wiener Polizei größtenteils an die Corona-Verordnung gehalten haben.

Viele schienen das schöne Wetter am Donaukanal oder im Prater zu nutzen. Andere zog es zu einem Einkaufsbummel in die vorerst noch geöffneten Shops. Dabei sollen laut "Kurier" einige die Corona-Maßnahmen nicht immer eingehalten haben. Die Polizei verstärkte deshalb am Wochenende ihre Kontrollen und Schwerpunktmaßnahmen, wie der Polizeisprecher Marco Jammer gegenüber dem "Kurier" berichtet. "Es muss mit sehr viel Fingerspitzengefühl vorgegangen werden", wird Jammer im Artikel zitiert. Die Beamten sollen teilweise bei langen Warteschlangen eingegriffen haben und die Gäste zum Tragen der FFP2-Maske aufgefordert haben. Dennoch sollen sich die Wiener laut einer Aussendung der Wiener Polizei größtenteils an die Verordnungen gehalten haben.

Schwerpunktaktion am Donaukanal

Ebenfalls gemeinsam mit der Gruppe für Sofortmaßnahmen hatte die Wiener Polizei am Samstagnachmittag eine Schwerpunktaktion am Donaukanal durchgeführt. Wie auch an anderen öffentlichen Orten der Stadt versammelten sich dort bei schönem Wetter zahlreiche Menschen. "Die Beamten traten in Dialog mit den Personen am Donaukanal und da sich die Besucher größtenteils einsichtig zeigten, kam es zu keinen Anzeigenlegungen nach der Covid-Verordnung", berichtete Polizeisprecher Jammer. Eine Person wurde wegen des widerrechtlichen Straßenverkaufs von alkoholischen Getränken angezeigt.

"Wir kontrollieren zusammen mit der Polizei dort, wo es unbedingt notwendig ist. Der Donaukanal und die Hotspots der Stadt sollen für alle Besucherinnen und Besucher bedenkenlos nutzbar sein", wurde Walter Hillerer, Leiter der Gruppe Sofortmaßnahmen, in der Polizeiaussendung zitiert. Die Exekutive und die Stadt Wien appellieren an die Eigenverantwortung der Bevölkerung, insbesondere beim Aufenthalt im Freien, hieß es.

Polizei beendete Partys

Die Wiener Polizei hat auch in der Nacht auf Sonntag mehrere Partys in Innenräumen aufgelöst und dabei zahlreiche Anzeigen wegen Verstößen gegen die Covid-Maßnahmen erstattet. Im Bezirk Rudolfsheim-Fünfhaus feierten 15 Personen in einer Wohnung, im Lagerraum eines Supermarkt tranken 14 Mitarbeiter bis nach Mitternacht Alkohol. Acht Frauen und ein Mann wurden in einem Lokal in Hernals angetroffen.

Kaum Andrang bei Semmering und Hohe Wand

Am Semmering oder der Hohen Wand im südlichen Niederösterreich soll es laut "Kurier" am Wochenende jedoch zu keinem großen Ansturm gekommen sein. Grund dafür könnte sein, dass man seit Donnerstag für den Besuch dieser Orte einen negativen Corona-test vorweisen muss. Wegen des kommenden Lockdowns sollen laut "Kurier" am Sonntag auch die Lifte im Gebiet Semmering-Hirschkogel für die Saison abgeschaltet werden.

Anschober appellierte für freiwillige Osterruhe

Gesundheitsminister Anschober plädierte angesichts der Situation auf den Intensivstationen am Samstag noch an die Bevölkerung, nicht auf das Eintreten des Lockdowns zu warten, sondern sofort freiwillige Maßnahmen zu ergreifen. Anschober forderte daher dazu auf, Kontakte zu reduzieren und Reisen über Ostern zu vermeiden. "Jetzt müssen wir alle ein Teil der Lösung werden", so Anschober: "Handeln wir jetzt zum Schutz der Spitäler und der Gesundheit von uns allen."

Angela PerkonigQuelle: Agenturen / Redaktion / pea