Von Laer über Corona-Strategien: "Das Virus treibt uns vor sich her"

29. März 2021 · Lesedauer 3 min

Die Virologin Dorothee von Laer sprach am Montag im Newsroom Live bei Puls 24 Anchorwoman Sabine Loho über den E484K-Zusatz der britischen Virusmutation. Um eine Ausbreitung zu verhindern sei es wichtig, eine rasche Durchimpfung der Bevölkerung zu erzielen. Die Virologin sprach auch über die Bedrohung einer vierten Welle nach dem Sommer.

Ab Mittwoch gilt für ganz Nordtirol und den Bezirk Kufstein wegen des Auftretens der britischen Virusmutation mit dem E484K-Zusatz eine eigene Ausreisetestpflicht. "Das ist eine Mutante die scheinbar das schlechte von beiden Welten vereint", sagte die Virologin Dorothee von Laer am Montag im Newsroom LIVE bei Puls 24 Anchorwoman Sabine Loho. 

Nach 1. Teilimpfung "nicht zu sicher fühlen"

Man sei laut der Virologin in einer Phase, in der sich einige Menschen zwischen den beiden Teilimpfungen befänden. In dieser Phase sei das Aufkommen von Fluchtmutanten möglich. Um dies zu verhindern sei es wichtig, sich trotz der ersten Impfung "nicht zu sicher zu fühlen", wie die Virologin erklärte. "Da ist natürlich noch kein Schutz vorhanden", "durchatmen" könne man erst nach der zweiten Impfung, so von Laer. Deshalb sei es wichtig, sich auch weiterhin an die Maßnahmen zu halten, um die Ausbreitung einer solchen Fluchtmutante zu verhindern.

Von Laer für rasche Durchimpfung

"Es ist sehr wichtig, dass wir die Bevölkerung rasch und effizient impfen", sagte Dorothee von Laer. Dies sei vor allem in den Orten wichtig, in denen die Fluchtmutante bereits aufgetreten sei. Laut der Virologin wäre es auch sinnvoll die PCR-Tests "sehr viel mehr" zu sequenzieren. Damit könne man schneller auf weitere Fluchtmutanten reagieren und eine Ausbreitung verhindern.

"Das Virus treibt uns vor sich her"

Zuletzt warnte Dorothee von Laer vor einer vierten Welle nach dem Sommer. Sie sagte, dass man anfangen müsse "nicht so kurzfristig zu denken, sondern langfristig zu planen. Nicht immer nur auf Sicht zu fahren. Das Virus treibt uns vor sich her. Wir müssen das Virus kontrollieren und nicht umgekehrt." 

"Den Sommer nicht wieder verschlafen"

Dennoch bräuche man laut der Virologin im Sommer keinen großen Plänen, um eine vierte Welle im Herbst zu vermeiden, wenn die Zahlen günstig wären. "Wir müssen zusehen, dass ein Großteil der Bevölkerung nicht nur irgendwie geimpft ist, sondern so gut geimpft wird, dass sie auch vor diesen Fluchtmutationen beschützt ist", sagte von Laer. Dazu hätte man allerdings noch viel zu wenig Informationen. Eine genaue Studie sei bereits in Planung, so von Laer.

Es gäbe allerdings mehrere Optionen. Eine wäre laut der Virologin, eine generelle Auffrischungsimpfung für alle Geimpften mit dem Impfstoff von BioNTech vor Einbruch des Winters. "Wichtig ist aber, dass wir den Sommer nicht wieder verschlafen", sagte Dorothee von Laer. Dann würde man nicht von einer vierten Welle überrascht werden.

Angela PerkonigQuelle: Redaktion / pea